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Forschungszentrum Jülich steigt aus Atomforschung aus

NRW : Forschungszentrum Jülich steigt aus Atomforschung aus

Das Forschungszentrum Jülich verabschiedet sich von der Forschung im Bereich Hochtemperaturreaktor (HTR). Ab 2015 werde es keine neuen Forschungsprojekte in dem Bereich geben, teilte das Forschungszentrum am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrates mit.

Das Zentrum werde dann im Rahmen der öffentlich geförderten Forschung ausschließlich zur Sicherheit der in Deutschland und Europa üblichen Leichtwasserreaktoren forschen. Der Aufsichtsrat habe die in der Sitzung vorgestellte Strategie akzeptiert.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte nach einer Berichterstattung unserer Redaktion über Fördergelder zur Erforschung der Atomenergie in Jülich Aufklärung gefordert. Remmel sagte vor gut einer Woche: "Die Mehrheit der Deutschen hat sich klar gegen Atomkraft ausgesprochen. Sollte in Jülich tatsächlich an riskanten Techniken geforscht und der Bau eines neuen Atomkraftwerks in China unterstützt werden, stünde das im krassen Widerspruch zum Willen der Gesellschaft und der Politik." Atomforschung dürfe in Deutschland nicht mehr mit öffentlichen Mitteln betrieben werden.

Am Mittwoch teilte das Forschungszentrum mit, alle derzeit noch laufenden Sicherheitsforschungen mit Bezug zur Hochtemperatur-Technologie (HTR) würden Ende 2014 abgeschlossen. Experimentelle Arbeitsmöglichkeiten für Forscher der RWTH Aachen in dem Zusammenhang sollen mit Abschluss der Projekte beendet werden.

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Wie berichtet wird in Jülich derzeit noch der weltgrößte Versuchsstand für Hochtemperaturreaktor-Experimente betrieben. Außerdem haben die Jülicher laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag chinesische Kollegen aktiv bei der Planung für ein neues Atomkraftwerk in China unterstützt. Die in Jülich erforschte HTR-Technik gilt weltweit als überholt.

(tor/dpa)