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Besetzungsquote leicht verbessert : NRW fehlen im neuen Schuljahr knapp 3700 Lehrer

Die Schüler in Nordrhein-Westfalen müssen sich wegen Lehrermangels weiter auf Unterrichtsausfall einstellen. Wie die Schulministerin mitteilte, fehlen im neuen Schuljahr knapp 3700 Lehrer.

Für das kommende Woche beginnende neue Schuljahr 2018/19 konnten 3694 Lehrerstellen nicht besetzt werden, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf. Dennoch habe sich die Besetzungsquote auf 61,6 (Vorjahr: 53,3) Prozent verbessert. Damit wurden nach Angaben der Ministerin 5929 der 9623 zu besetzenden Lehrerstellen belegt.

Vor allem Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) sowie Berufskollegs litten unter Lehrermangel. Nach Schätzungen des Schulministeriums werden hier in den nächsten zehn Jahren rund 15.000 Lehrkräfte fehlen. Dagegen werde es für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen der Sekundarstufe II in diesem Zeitraum voraussichtlich einen Überhang von 16.000 Lehrkräften geben.

Das Land setzt vor diesem Hintergrund auf Maßnahmen, um gegenzusteuern und den Lehrermangel einzudämmen: „Fehlende Lehrkräfte belasten alle - Schüler, Lehrer und Eltern“, betonte Gebauer. „Wir lassen nichts unversucht, um Angebot und Nachfrage wieder ins Lot zu bringen.“ Demnach sollen stellenlose Oberstufenlehrer in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis an Grundschulen wechseln können - verbunden mit der Zusage, nach vier Jahren auf eine Sekundarstufe II-Stelle zu wechseln.

Auch die Verbeamtung der Lehrerschaft soll dem Angaben zufolge erleichtert werden, um so den Beruf attraktiver zu machen. Zudem sollten anstehende Pensionäre durch einen Besoldungszuschlag in Höhe von zehn Prozent zur Verlängerung ihrer Dienstzeit motiviert werden. Auch könnten sich künftig Seiteneinsteiger mit einem Fachhochschul-Masterabschluss auf eine Lehrerstelle bewerben. Bislang war das nur mit Universitätsabschluss möglich. „Wir erweitern damit vor allem den Bewerberkreis für die Berufskollegs“, betonte Gebauer.

Von 2017 bis 2019 solle die Zahl der Ganztagsplätze von 307.000 auf 323.000 zulegen, sagte die FDP-Politikerin. Dafür stelle das Land 93 Millionen Euro im Jahr zusätzlich bereit. Hintergrund sei das Ziel des Bundes, einen Rechtsanspruch auf einen offenen Ganztag an den Grundschulen einzuführen.

Bei der Inklusion sollten in den nächsten sieben Jahren insgesamt rund drei Milliarden Euro in den Personalausbau fließen, hieß es weiter. Rund 6000 neue Stellen sollten so geschaffen werden.

Die Gesamtzahl der Schüler steigt dem Ministerium zufolge im neuen Schuljahr leicht um 0,3 Prozent auf 2,5 Millionen, davon 1,94 Millionen (plus 0,4 Prozent) an den allgemeinbildenden Schulen und unverändert 562.230 an den Berufskollegs. Mit 640.770 (plus 0,3 Prozent) Schülern entfällt gut ein Viertel auf die Grundschulen, gefolgt von den Gymnasien mit 524.460 (plus 0,9 Prozent) und den Gesamtschulen mit 322.670 (plus 4,8 Prozent) Schülern.

(das/epd)