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„Jugend debattiert“: Haaner Gymnasiast ist NRW-Sieger

Finalist beim Bundesfinale : „Jugend debattiert“: Haaner Gymnasiast ist NRW-Sieger

Diskutiert und debattiert hat Jonathan Greipl schon immer, berichtet der 17-Jährige. Er vertritt, gemeinsam mit Gero Bongartz aus Düren, Nordrhein-Westfalen beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“.

(sad) Diskutiert und debattiert hat Jonathan Greipl schon immer, berichtet der 17-Jährige. Als er die achte Klasse des Haaner Gymnasiums besuchte, fragte ihn sein Lehrer André Noack, ob er an seiner AG „Jugend debattiert“ teilnehmen wolle. Wollte er, und nimmt an dieser AG – so diese nicht pandemiebedingt pausieren muss – bis heute teil. Greipl steht jetzt kurz vor dem Abitur, und das Debattieren hat er nahezu perfektioniert: Er vertritt, gemeinsam mit Gero Bongartz aus Düren, Nordrhein-Westfalen beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“. Das Landesfinale hatten die beiden Schüler in dieser Woche für sich entscheiden können.

Wie der komplette Wettbewerb fand auch das Finale online statt. „Sehr feierlich war es trotzdem“, berichtet Jonathan Greipl. Schulministerin Yvonne Gebauer und Landtagspräsident André Kuper hielten Reden, es gab Musik und natürlich die Debatten, nach Altersgruppen unterteilt. Die jüngeren Schüler (Jahrgangsstufe 8 bis 9/10) debattierten zur Frage, ob die Corona-Impfung verpflichtend sein sollte, wenn genügend Impfstoff vorhanden wäre. Jonathan in seiner Altersgruppe (Jahrgangsstufe 10/11 bis 13) diskutierte darüber, ob die Reichskriegsflagge verboten werden sollte.

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Interesse an politischen Themen sei für ihn selbstverständlich, erzählt Jonathan Greipl. Wichtig für erfolgreiches Debattieren ist ihm zufolge aber auch, sich nicht nur seine eigene Meinung zu bilden, sondern auch die Gegenseite anzuhören und ihre Argumente nachzuvollziehen. Denn im Wettbewerb werden die Standpunkte, die die Schüler einnehmen, zugelost. Dann bewertet die Jury nach vier Kriterien: Sachkenntnis, also wie viel der Debattant über das vorgegebene Thema weiß. Ausdrucksfähigkeit, also inwiefern er auf angemessenem sprachlichen Niveau zu überzeugen weiß. Gesprächsfähigkeit, also die Interaktion mit den weiteren Debattanten, und Überzeugungskraft, also das Überzeugen durch die eigenen Argumente und das Entkräften der Argumente der anderen. „Klar denken, fair streiten“ ist das Motto des Wettbewerbs in diesem Jahr, denn Fairness gelte es, im privaten und persönlichen Umgang und  in sozialen Medien, gerade auch in Corona-Zeiten, zu leben, sagte André Kuper.

Weiter geht es für Jonathan Greipl, der als Abi-Fächer Sozialwissenschafts- und Mathematik-Leistungskurse sowie Deutsch und Geschichte als drittes und viertes Fach gewählt hat und  Tennis und Klavier spielt und sich gern mit Freunden trifft, im Sommer mit den Bundesfinaltagen von „Jugend debattiert“. Diese finden normalerweise in Berlin statt, werden aber voraussichtlich online abgehalten. Auf einen dreitägigen Vorbereitungs-Workshop folgen dann die finalen Debatten.