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Liebeskummer: Symptome, Dauer, Hilfe, Gefahr - Infos und Tipps beim Herzschmerz

Herzschmerz : Liebeskummer - wie Männer und Frauen die Stresssituation überwinden

Frauen leiden stärker, Männer überwinden den Schmerz nie – aber Liebeskummer ist für alle schlimm. Lesen Sie hier, wozu Liebeskummer eigentlich gut ist und wie Sie ihn schnell loswerden.

Was passiert bei Liebeskummer im Körper? Wann sollte man zum Psychologen? Und was sind die besten Tipps gegen den Herzschmerz - hier finden Sie alle Infos.

Was ist Liebeskummer?

Die Liebe geht, der Kummer kommt. Liebeskummer ist einer der schlimmsten psychischen Schmerzen. Er kann genau so schlimm sein, wie die Trauer um einen verstorbenen Menschen. Betroffene weinen, wollen die Trennung nicht wahrhaben oder ertrinken in Gefühlen von Verzweiflung und Wut.

Die schwedische Schlagersängerin Siw Malmkvist sang schon 1964 „Liebeskummer lohnt sich nicht, My Darling, weil schon morgen dein Herz darüber lacht“. Und dennoch hat Liebeskummer eine magische Anziehungskraft auf uns. Vielleicht weil der Kummer uns Menschen auf einer persönlichen Ebene verbindet.

Jeder Erwachsene hat schon mindestens einmal im Leben Liebeskummer erlebt – heute wie vor tausend Jahren. Und egal ob Popsong oder Minnesang – ein großer Teil literarischer und musikalischer Werke stellen Liebesschmerzen in den Mittelpunkt.

Irgendwann geraten Liebeskranke jedoch an einen Punkt, an dem sie neuen Mut schöpfen, sich neu orientieren und nach einer neuen Liebe Ausschau halten. In der Hoffnung, in der nächsten Beziehung für immer anzukommen.

Was passiert bei Liebeskummer im Körper?

Liebeskummer ist eine große Stresssituation für den Körper. Der Kummer hat messbare Auswirkungen: Der Körper bildet weniger Dopamin, der Serotoninspiegel sinkt. Mit einem geringen Spiegel des „Glückshormons“ Serotonin fühlen Sie sich antriebslos, ängstlich und unsicher. Fehlt der Botenstoff Dopamin, sinkt die Motivation.

Die Liebe endet so, wie sie begonnen hat: mit Chaos im Körper. Mit Herzrasen und Nervosität und Zerstreutheit. Nur im Gegensatz zum Verliebtsein bleiben bei Liebeskummer die wohligen Gefühle aus. Ohne die geliebte Person, die Wohlfühldroge, gleicht das Ende der Beziehung einem Drogenentzug.

Sind wir frisch verliebt, schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus. Die Stresshormone bringen den Körper in Schwung, steigern die Antriebskraft und motivieren uns. Aufgrund dieser Hormone trauen sich Verliebte, ihre Liebe laut herauszuschreien. Sie sind impulsiv und denken nur noch an den Partner. Das Belohnungszentrum im Gehirn ist aktiv und der Körper produziert fleißig Dopamin.

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Mit Fortbestand der Beziehung normalisiert sich das Hormonchaos wieder. Stattdessen wird das „Kuschelhormon“ Oxytocin vermehrt ausgeschüttet. Dieses Hormon stärkt nach der Geburt die Bindung zwischen Mutter und Kind, wird jedoch auch beim Kuscheln, beim Sex und beim Orgasmus ausgeschüttet und stärkt die Bindung und Liebe innerhalb einer Partnerschaft.

Im Verlauf der Beziehung kann Oxytocin schleichend sinken. Die Partner haben keine Zeit zum Kuscheln, streiten häufiger wegen Kleinigkeiten und unterhalten sich seltener. Nach und nach geht die Bindung und damit auch die Liebe verloren. Kommt es zu einer Trennung, ist der Schmerz groß. Der Körper schüttet das Stresshormon Adrenalin aus, der Serotoninspiegel sinkt.

In der ersten Liebeskummer-Phase fühlen sich Betroffene durch das Adrenalin noch energiegeladen. Doch der Körper produziert weniger Dopamin und Serotonin. Die wohligen Gefühle bleiben aus, da das Objekt der Begierde, der Ex-Partner oder die Ex-Partnerin, fehlt. Dauert Liebeskummer länger an, wird Adrenalin von dem ausdauernden Stresshormon Cortisol abgelöst.

Durch den erhöhten Adrenalinspiegel und den niedrigen Serotoninspiegel kann es in der ersten Phase nach der Trennung zu einer Fixierung auf den Ex-Partner kommen. Der oder die Ex wird idealisiert, die Liebe scheint so groß wie nie zuvor. In dieser Phase versucht der Verlassene vielleicht, den Freund oder die Freundin zurückzugewinnen. Wird ihm oder ihr die Endgültigkeit der Trennung bewusst, stürzt der oder die Liebeskranke in ein tiefes Loch.

Diese biochemischen Prozesse finden bei Liebeskummer statt:

  • Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet.
  • Das Glückshormon Serotonin wird nur noch geringfügig produziert.
  • Der Spiegel des Bindungshormons Oxytocin nimmt ab.
  • Der Körper produziert geringere Mengen des Glücksbotenstoffs Dopamin.

Wird die Trennung realisiert, beginnt ein Wechselbad der Gefühle: Menschen mit Liebeskummer fühlen sich antriebslos, verletzt, hilflos und unsicher. Die Gefühle schwanken stark zwischen Wut, Angst, Verzweiflung, Eifersucht und Hass.

Was sind typische Symptome von Liebeskummer?

Liebeskummer kann zu körperlichen und psychischen Beschwerden führen wie:

  • Magenprobleme
  • Unwohlsein
  • Schwindel
  • Körperliche Schmerzen
  • Insomnia
  • Weinkrämpfe
  • Atemnot
  • Antriebslosigkeit
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gefühle der Wut, Angst, Verzweiflung, Sehnsucht und Trauer
  • Stimmungsschwankungen
  • Aggressionen
  • Depressionen
  • In Extremfällen das gefährliche Broken-Heart-Syndrom

Die Symptome treten nicht nur auf, wenn Sie verlassen wurden oder Ihre Liebe nicht erwidert wird. Sie können auch unter Liebeskummer leiden, wenn Sie den Schritt zur Trennung entschieden haben. Am stärksten ist der Liebeskummer, wenn die Trennung plötzlich kam oder durch einen Verrat wie Fremdgehen entstand.

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Wissenschaftler fanden heraus, dass Liebeskummer die gleichen Regionen des Gehirns aktiviert, wie körperliche Schmerzen. Das Gefühl des Schmerzes ist also keine Einbildung. Entstehen kann daraus in extremen Fällen ein reales, gefährliches Syndrom: das Broken-Heart-Syndrom, auch Stress-Kardiomyopathie genannt. Extremer Kummer und Stress greifen das Herz an, die Symptomatik ähnelt der eines Herzinfarkts.

Typischer für Liebeskummer ist die chaotische Gefühlswelt: Traurigkeit, die zu Weinkrämpfen führt, Zukunftsängste, Unsicherheit, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Wut gehen mit Liebeskummer einher. Ohne den geliebten Menschen wirkt das Leben sinnlos. Nicht wenige Menschen entwickeln Depressionen und Suizidgedanken.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Am Morgen noch zu Tode betrübt, können Betroffene mittags voller Lebenslust und Tatendrang sein. Erinnert sie etwas an den oder die Ex, werden sie wütend oder verzweifeln. Sie richten Aggressionen aus Überforderung gegen sich und andere.

Welche Phasen gibt es bei Liebeskummer?

Liebeskummer verläuft in verschiedenen Phasen, die der Trauer um einen gestorbenen Menschen ähneln: von Schock über Analysieren der Trennung bis hin zum Ausbruch starker Gefühle wie Trauer, Wut, Hass und Verzweiflung. Vergehen diese Phasen, können sich Liebeskranke langsam für etwas Neues öffnen.

Diese Phasen gibt es bei Liebeskummer:

  1. Schock-Phase: Nach einer Trennung, vor allem wenn diese plötzlich kam, möchten viele Verlassende die Situation nicht wahrhaben. Sie klammern sich an jede noch so kleine Hoffnung oder ignorieren die Trennung komplett.
  2. Analysieren und Zweifeln: In der zweiten Liebeskummer-Phase analysieren Betroffene nach einer Trennung die Situation und versuchen herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Haben Sie selbst die Entscheidung zur Trennung getroffen, kommen in dieser Phase Zweifel auf, ob die Entscheidung richtig war. Beide Seiten könnten in dieser Phase versuchen, den Ex-Partner zurückzugewinnen.
  3. Ausbruch der Gefühle: Es gibt kein zurück. Wird Betroffenen das klar, beginnt die dritte und schlimmste Phase. Starke Gefühle brechen aus und wechseln sich ab. Liebe und Sehnsucht münden in Hass und Wut. Die Angst kommt auf, ob man je wieder einen so tollen Partner finden wird. Liebeskranke schwelgen in guten Erinnerungen und verfangen sich in einer Spirale aus Depressionen, Verzweiflung und Wut. Diese Phase gleicht einem Drogenentzug, ausgelöst durch den gesenkten Serotoninspiegel und das fehlende Dopamin.
  4. Neuorientierung: Ist die dritte Phase überstanden, kann sich der oder die Verlassene langsam neu orientieren. Er oder sie lernt, ohne den Ex-Partner zu leben und plant die Zukunft um.
  5. Offenheit für neue Beziehungen: Mit Beginn der fünften Phase ist der Liebeskummer beendet. Jetzt sind Betroffene bereit für etwas Neues, halten vielleicht schon Ausschau nach der nächsten Beziehung oder haben sich frisch verliebt. Einige Menschen bleiben bewusst aber glücklich Single und genießen ihre Freiheit. Generell könnten sie sich aber das Leben mit einer anderen Person vorstellen, sofern sie den oder die Richtige finden.

Wie lange dauert Liebeskummer?

Es gibt Faustregeln, die besagen, Liebeskummer hält halb so lange, wie die Beziehung dauerte. Das ist natürlich falsch. Sie müssen nicht fünf Jahre trauern, wenn die Beziehung zehn Jahre bestand. Möglich ist eine Dauer zwischen wenigen Wochen und ein paar Jahren.

Abhängig ist das nicht von der Dauer der Beziehung, sondern von den Personen und den Umständen der Trennung. Kurze Schwärmereien im Teeniealter können schnell vergessen sein. Die erste große Liebe kann jedoch ein Leben lang im Hinterkopf bleiben, mit der quälenden Frage: Was wäre gewesen, wenn ...?

Ist die Beziehung dagegen über einen längeren Zeitraum eingeschlafen, sitzt der Trennungsschmerz vielleicht nicht ganz so tief. Das Ende war absehbar. Generell kann der Partner, der den Schlussstrich zieht, schneller über die Trennung hinwegkommen.

Wird ein Partner dagegen hintergangen und betrogen, ist das ein schlimmer Schmerz. Zusätzlich zur Trennung nagt der Vertrauensbruch noch lange am Selbstbewusstsein und dem Vertrauen in andere Menschen. Menschen, die aus Beziehungen kommen, in denen psychische und physische Gewalt stattfanden und in denen Lügen und Respektlosigkeiten an der Tagesordnung standen, brauchen länger um diese Traumata zu verarbeiten.

Hat eine Person viel für den oder die Ex und die Beziehung aufgegeben, benötigt er oder sie länger, um den Liebeskummer zu überwinden. Mit dem Verlust der Beziehung geht auch ein Teil der eigenen Identität verloren. Der oder die Verlassene muss sich neu finden und definieren.

Auch das eigene Selbstwertgefühl ist ein großer Faktor, wie lange der Trennungsschmerz andauern wird. Wer sich nicht in Selbstmitleid verliert und die Trennung auf seinen eigenen Wert als Menschen bezieht, kommt schneller aus dem Loch heraus. Wer während der Beziehung eigenen Hobbys nachging und ein starkes soziales Netzwerk außerhalb der Beziehung hat, kann in der akuten Liebeskummer-Phase Trost in diesen Dingen finden.

Es ist möglich, Liebeskummer innerhalb weniger Monate zu überwinden. Unter Umständen bleibt der Kummer aber auch über Jahrzehnte bestehen. Dauert Liebeskummer mehr als zwei Jahre oder kommen Suizid- oder Mordgedanken auf, sollten Betroffene professionelle Hilfe annehmen.

Wie gehen Männer und Frauen mit Liebeskummer um?

Frauen und Männer leiden anders. Frauen nehmen sich mehr Zeit, bevor sie sich für eine neue Beziehung öffnen, heilen aber besser als Männer. Männer sind dagegen Meister der Verdrängung und versuchen den Herzschmerz durch eine neue Partnerin zu vergessen.

Eine internationale Studie der Binghamton Universität im US-Bundesstaat New York fand genau das heraus. Frauen leiden zunächst mehr unter der Trennung als Männer. Sie empfinden stärkere körperliche und emotionale Schmerzen. Sie verarbeiten den Trennungsschmerz jedoch besser und vollständiger als Männer.

Männer überwinden Liebeskummer insgesamt langsamer oder gar nicht, bevor sie die nächste Beziehung beginnen. Sie sprechen seltener über Gefühle und machen ihren Kummer mit sich selbst aus. Natürlich trifft das nicht auf alle Männer und Frauen zu.

So verarbeiten Frauen Liebeskummer: Frauen nehmen sich mehr Zeit, um den Liebeskummer zu verarbeiten. Sie sprechen über ihre Gefühle, verabschieden sich von der alten Beziehung und analysieren Fehler. Nicht wenige Frauen entscheiden sich, Single zu bleiben. Beginnen sie dann eine neue Beziehung, ist diese frei von Altlasten. Sie können sich voll und ganz auf den neuen Partner einlassen. Es gibt natürlich auch Frauen, die den Ex-Partner über Jahre hinweg nicht loslassen.

So verarbeiten Männer Liebeskummer: Viele Männer stürzen sich kurz nach einer Trennung in eine neue Beziehung. Das Gefühl begehrt zu werden, tut ihnen gut. Vor allem, wenn sie verlassen wurden. Wird die Beziehung jedoch langsam ernst, beenden sie diese aus Angst vor der Liebe vorzeitig wieder. Im Herzen sind diese Männer noch nicht bereit, sich ernsthaft auf jemand Neues einzulassen. Es ist auch möglich, dass Männer in eine Schockstarre verfallen und stark leiden. Nur sprechen sie seltener über ihre Gefühle als Frauen und rutschen dabei unbemerkt in eine Depression ab.

Was hilft bei Liebeskummer?

Liebeskummer ist wie ein Drogenentzug. Der Partner ist weg und mit ihm die guten Gefühle. Wer den Trennungsschmerz schnell überwinden möchte, muss jetzt stark sein: Bilder, Geschenke und alles, was an den oder die Ex erinnert, sollten aus dem Blickfeld verschwinden.

Auch der Partner muss weg, aus dem Leben. Ein Kontaktabbruch ist vor allem in der ersten Phase der Trennung anzuraten. Wie ein Pflaster, das ruckartig abgerissen wird, schmerzt der Verlust stark, vergeht jedoch schneller wieder. Halten Sie weiterhin den Kontakt mit dem oder der Ex, ist es möglich, dass alte Wunden immer wieder aufreißen, die Sehnsucht nicht versiegt und die Frage nach dem Warum ständig im Raum steht.

Nach einem letzten klärenden Gespräch – sofern Ihr Partner dazu in der Lage ist – heißt es dann Abschied nehmen. Eine Freundschaft aufbauen sollten Sie erst, wenn der Liebeskummer überwunden ist. Ex-Partner mit gemeinsamen Kindern sollten den Kontakt für eine gewisse Zeit auf ein Minimum reduzieren.

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Das sind die zehn besten Tipps gegen Liebeskummer:

  1. Sprechen Sie sich aus. Schreiben Sie einen Brief an den oder die Verflossene/n und schicken Sie ihn ab. So haben Sie die Chance, noch einmal alles zu sagen, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Gerade, wenn Ihr Partner nicht bereit zu einer Aussprache war, kann diese letzte Kontaktaufnahme sehr heilsam sein. Versuchen Sie jedoch, keine Erwartungen an den Brief zu knüpfen. Direkt nach dem Abschicken des Briefes sollten Sie die bewusste Entscheidung treffen, mit der Beziehung abzuschließen.
  2. Verbannen Sie den oder die Ex aus Ihrem Leben. Bilder, Gegenstände, Orte und alles, was Sie an den Ex-Partner erinnert, sollten Sie meiden. Auch den Kontakt zu Ihrem oder Ihrer Verflossene/n sollten Sie für längere Zeit abbrechen.
  3. Geben Sie Ihren Gefühlen einen Raum und vergeben Sie sich. Ob Sie sich tage- oder monatelang in Selbstmitleid suhlen, kitschige Liebesfilme ansehen und bei Liebesliedern weinen – es ist in Ordnung und wichtig, Ihren Gefühlen einen Raum zu geben.
  4. Essen, trinken und schlafen Sie. Liebeskranke können nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen. Neben der emotionalen Notsituation belastet diese körperliche Vernachlässigung noch zusätzlich. Körperliche Selbstfürsorge ist der erste wichtige Schritt, der hilft, den Liebeskummer zu überwinden.
  5. Umgeben Sie sich mit engen Freunden. Diese können Sie ablenken und mit Ihnen über Ihr Leid sprechen. Beides ist wichtig, vor allem in der ersten Phase nach der Trennung. Doch auch, wenn der Herzschmerz länger anhält, tut es gut jemanden zu haben, dem Sie keine falsche Fröhlichkeit vorspielen müssen.
  6. Finden Sie Ihr Lebensglück außerhalb der Beziehung. Diese Umorientierung fällt Menschen schwer, die vorher viel Zeit in die Beziehung investiert haben. Wie sollen Sie ohne Beziehung glücklich sein? Doch es gibt sie, die Glücksbringer als Single: Sport und Hobbys zum Beispiel. Anfangs müssen Sie sich überwinden, später können Sie Kraft aus diesen Tätigkeiten schöpfen.
  7. Kuscheln Sie! Bei Körperkontakt schüttet der Körper Oxytocin aus. Das Bindungshormon fördert das Wohlbefinden. Sie können Freundinnen umarmen, wie früher mit Mama kuscheln oder Ihr Haustier ausgiebig knuddeln. Ist das alles nicht möglich, werden Sie beispielsweise im Tierschutz aktiv. Neben dem Kontakt mit Tieren haben Sie gleichzeitig eine sinnvolle Aufgabe.
  8. Treiben Sie Sport. Sport kurbelt die Produktion des Glücksbotenstoffs Dopamin an. Sie fühlen sich wieder ausgeglichener, fröhlicher und aufmerksamer.
  9. Gehen Sie aus. Gehen Sie mit ein paar guten Freunden unter Leute. Tanzen Sie, wenn Ihnen danach ist, Flirten Sie, wenn Sie möchten, oder genießen Sie einfach nur einen leckeren Cocktail unter Freunden.
  10. Holen Sie sich professionelle Hilfe. Wenn der Herzschmerz einfach nicht vergehen will und das Leben ohne ihn oder sie sinnlos erscheint, holen Sie sich professionelle Hilfe. Ein Therapeut kann Ihnen bei der Verarbeitung des Liebeskummers helfen. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen für Liebeskummer in jeder größeren Stadt.

Haben Sie den Liebeskummer schadlos überstanden, werden Sie vielleicht feststellen: Die Trennung war nicht nur schlecht. Liebeskummer birgt ein großes Potential für Wachstum. Das Ende einer Beziehung markiert einen Neuanfang. Sie haben die Chance neue Ziele zu stecken, sich besser kennenzulernen und wissen bei der nächsten Beziehung, was Sie wollen und brauchen.

Wie gefährlich ist Liebeskummer?

Liebeskummer kann tödlich sein. Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom wird durch eine starke emotionale Belastung wie eine Trennung oder Tod des geliebten Partners ausgelöst, und kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Suizidgedanken, die nach einer Trennung häufiger auftreten, sollten ernst genommen werden.

Das Broken-Heart-Syndrom ist in der Medizin auch als Stress-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Kardiomyopathie bekannt. Es ist eine akute Funktionsstörung des Herzmuskels und ähnelt der Symptomatik des Herzinfarkts. Bekannt ist das Broken-Heart-Syndrom erst seit den 1990ern.

Takotsubo-Kardiomyopathie führt zu Atemnot und Schmerzen im Brustbereich. Auslöser ist ein Überschuss des Stresshormons Katecholamin. Der Spiegel dieses Hormons kann nach außerordentlichem emotionalen oder körperlichen Stress sprunghaft ansteigen.

Die Pumpfunktion der linken Herzkammer wird dabei gestört. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich um Frauen nach der Menopause, die kürzlich eine große emotionale Belastung erlebt haben. Bei Männern tritt das Syndrom eher aufgrund einer vorangegangenen körperlichen Belastung auf.

Bei 80 Prozent der Betroffenen heilt das „gebrochene Herz“ ohne Folgen aus. Bei den übrigen 20 Prozent kann das Broken-Heart-Syndrom zu Komplikationen wie einem Blutgerinnsel, einer Herzrhythmusstörung oder einem Riss in der Herzkammer führen. Diese Komplikationen sind behandlungsbedürftig und können lebensgefährliche Ausmaße annehmen.

Ernst nehmen sollten Sie Liebeskummer auch, wenn Sie dieser Schmerz über lange Zeit und ohne Besserung begleitet. Zu häufig wird Liebeskummer als Bagatelle abgetan. Kommen Betroffene jedoch nicht aus dem Loch heraus, kann sich eine Depression entwickeln – mit allem, was dazu gehört.

Betroffene leiden unter dem Verlust des Selbstwertgefühls, einem quälenden Gedankenkarussell und innerer Leere. Der Lebenswille schwindet und macht Platz für gefährliche Selbstmordgedanken. Immer wieder sterben Menschen an Liebeskummer durch Suizid, weil sie keinen anderen Ausweg finden. Schon bei den ersten flüchtigen Suizidgedanken sollten Betroffene professionelle Hilfe annehmen.

Wann sollte man mit Liebeskummer zum Psychologen?

Sie müssen sich nicht schämen, wenn Sie feststellen, dass Sie ohne fremde Hilfe den Liebeskummer nicht überwinden können. Spätestens wenn der Liebeskummer länger als zwei Jahre anhält oder Suizidgedanken aufkommen, sollten Sie die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Wenn Sie handlungsunfähig sind und den Alltag nicht mehr bewältigen können, sollten Sie sich um Hilfe bemühen. Liebeskummer kann eine Depression auslösen, die behandelt werden muss. Eine Therapie hilft Ihnen, quälende Gedankenmuster aufzubrechen und loszulassen. Im Rahmen einer Therapie lösen Sie auch destruktive Gedanken und Glaubenssätze auf.

Idealisieren Sie den Partner beispielsweise, kann ein Therapeut Sie durch konkrete Fragen zur Wahrheit führen: Eigentlich ist er oder sie nicht perfekt. Eigentlich war die Beziehung gar nicht so gut. Das Leben geht weiter. Eine Trennung mindert nicht den Wert des Verlassenen.

Die Therapie ist eine große Chance zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Das kann sich positiv auf die zukünftige Partnerwahl auswirken oder Betroffenen helfen, ohne Partner Ihr Glück zu finden.

Dieser Artikel stammt vom 19. Mai 2020 und wurde aktualisiert.

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