Kochen mit dem Airfryer Heiß statt fettig – lohnt sich eine Heißluftfritteuse?

Düsseldorf · Mit nur einem einzigen Tropfen Öl knusprige Pommes bekommen? Das versprechen Heißluftfritteusen, deren Popularität in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Doch was können die Geräte, lohnen sie sich als Alternative zum Backofen?

 Auch Lachsfilets kann man in der Heißluftfritteuse zart zubereiten.

Auch Lachsfilets kann man in der Heißluftfritteuse zart zubereiten.

Foto: Shutterstock/rafa jodar

Jeder kennt sie, die klassische Fritteuse. Unmengen an Öl, vor Fett tropfende Lebensmittel, der typische Geruch in der Luft. In immer weniger Privatküchen dürften Fritteusen deshalb zu finden sein, ganz im Gegensatz zu einem immer beliebter werdenden Gerät: der Heißluftfritteuse, auch Airfryer genannt.

Was ist eine Heißluftfritteuse?

Im Grunde genommen funktioniert eine Heißluftfritteuse wie ein Umluftbackofen im Kleinformat. Die Geräte sind rundlich oder eckig und haben einen Griff, mit dem der Frittierkorb herausgezogen wird. Mittels heißer Luft, die durch das Gerät zirkuliert, soll das Essen schön knusprig werden. Weil das auf kleinerem Raum passiert, soll die Luft sehr heiß und das Essen kross werden. Dafür braucht es deutlich weniger Fett, verzichtbar ist es allerdings nicht – viele Hersteller versprechen ein gutes Ergebnis bereits mit einem Esslöffel Öl. So schwimmt das Essen nicht im Öl, sondern wird eben mit heißer Luft „frittiert“. Heißluftfritteusen haben unterschiedliche Fassungsvermögen und sind damit verschieden groß, die Werte liegen zwischen anderthalb und bis zu acht Litern.

Welche Funktionen haben Heißluftfritteusen?

Airfryer bieten gleich mehrere Funktionen und Modi. So kann nach Belieben gegrillt, gebacken und sogar gedörrt werden. Die einzelnen Möglichkeiten können meist per Drehknopf oder mittels Tasten ausgewählt werden. Allerdings variiert die Auswahl je nach Gerät und Preisklasse.

Welche Vor- und Nachteile zum Backofen gibt es?

Der Hauptunterschied zum Backofen besteht zunächst natürlich in der Größe. Im Korb des Airfryers ist weniger Platz für Lebensmittel, dafür verbrauchen die Geräte aber auch entsprechend weniger Energie. Generell ist das Thema Energie wichtig: Zwar haben sowohl Ofen als auch Heißluftfritteusen ähnliche Verbrauchswerte, doch entfällt im Airfryer das Vorheizen. Somit sparen sich Kunden zumindest etwas Zeit – und Energie. Nach der Nutzung müssen Heißluftfritteusen allerdings gereinigt werden. Zudem sind Backöfen deutlich vielfältiger, da damit auch Lebensmittel wie Brote, Pizzen oder Kuchen zubereitet werden können.

Für welche Produkte ist die Heißluftfritteuse besonders geeignet?

Naturgemäß eigenen sich vor allem Lebensmittel, die frittiert oder gebacken werden. Dazu gehören beliebte Kartoffelprodukte wie Kroketten, Rösti und natürlich der Klassiker – Pommes Frites. Mittlerweile scheint die Nutzung von Heißluftfritteusen so geläufig zu sein, dass Hersteller des beliebten Produkts auf der Rückseite der Packung Tipps zur Zubereitung im Airfryer geben. Generell sind die Geräte gut für Tiefkühlprodukte geeignet. Aber auch Fleisch, Fisch und Gemüse lässt sich passabel garen, zudem ist dafür deutlich weniger Fett notwendig.

Gibt es Tipps und Tricks für den Airfryer?

Für verschiedene Produkte gibt es einige Tipps, wie diese besonders schnell oder gut gelingen. Kleinere Lebensmittel etwa garen in der Regel schneller als größere Stücke – wenn es also schnell gehen soll, empfiehlt es sich, möglichst kleine Stücke in die Heißluftfritteuse zu geben. Nach etwa der Hälfte der Garzeit lohnt es sich zudem, einige Lebensmittel, etwa Pommes oder Gemüse, zu wenden. So erhält man im Anschluss ein gleichmäßiger „frittiertes“ Produkt. Und es gilt: Weniger (Öl und Fett) ist mehr. Besser Fisch, Fleisch & Co. nur leicht beträufeln und generell sparsam damit umgehen.

Woher kommt die Bezeichnung „Airfryer“?

Die Geräte wurden in ihrer jetzigen Form von dem Niederländer Fred van Weij im Jahr 2005 entwickelt, der Hersteller Philipps stellte dann 2010 sein erstes Gerät vor. Airfryer ist nämlich eigentlich ein Markenname für Heißluftfritteusen von Philipps. Inzwischen wird die Bezeichnung aber für alle Heißluftfritteusen genutzt, auch die anderer Hersteller.

Welche Modelle sind erhältlich?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Modelle verschiedenster Hersteller. Sie unterscheiden sich meist zum einen im Fassungsvermögen ihres Frittierkorbs, aber auch in den einzelnen Funktionen, Bedienungsweisen, Reinigungsmethoden und Voreinstellungen. Teils bieten die Hersteller auch Apps zu den Geräten an, hier gibt es dann etwa zahlreiche Rezepte.

Was kostet ein Airfryer?

Auch die Preise variieren stark und sind vom Modell und den genauen Funktionsweisen abhängig. Teils sind die Geräte beim Discounter erhältlich, Heißluftfritteusen von bekannteren Herstellern kosten entsprechend mehr. Die Preisspanne geht von etwa 30 Euro bis zu mehreren Hundert – je nachdem welche Funktionen Verbraucher haben möchten und worauf sie Wert legen. In den gängigen Portalen gibt es sie auch gebraucht zu kaufen.

Rezepte für die heißluftfritteuse

Zarte Lachsfilets

Zutaten: Lachsfilets (entsprechend nach Personenanzahl und Größe der Fritteuse), Olivenöl oder ein anderes geeignetes Öl, Gewürze nach Geschmack (zum Beispiel Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver, Zitronenpfeffer, Paprikapulver, Dill oder Rosmarin).

Zubereitung: Lachs waschen und abtrocknen, nach Belieben würzen. Heißluftfritteuse vorheizen (je nach Modell) – 180 Grad sind bei den meisten Geräten ideal. Die Lachsfilets auf beiden Seiten leicht mit Olivenöl oder einem anderen Öl einsprühen oder bepinseln. Dadurch wird die Haut knusprig und verhindert, dass der Fisch austrocknet.

Die vorbereiteten Lachsfilets in den Korb der Heißluftfritteuse legen und darauf achten, dass sie nicht zu eng beieinanderliegen, damit die Luft gut zirkulieren kann. Den Lachs in der Heißluftfritteuse für etwa 10-15 Minuten kochen, abhängig von der Dicke der Filets und der gewünschten Garstufe. Die Heißluftfritteuse nach etwa der Hälfte der Garzeit öffnen und den Lachs einmal wenden, um sicherzustellen, dass er gleichmäßig gart. Nach der Garzeit den Fisch kurz ruhen lassen und anschließend mit frischen gehackten Kräutern bestreuen, falls gewünscht, und mit einer Scheibe Zitrone servieren. Dazu passt Reis.

Falafel-Bällchen

Zutaten: 400 Gramm Kichererbsen, vier Knoblauchzehen, eine Zwiebel, etwas Petersilie, etwas Koriander (gerne frisch), eine Prise Kümmel, Salz, Pfeffer, Chili nach Belieben, etwas Öl.

Zubereitung: Die Heißluftfritteuse auf ca. 190 Grad vorheizen. Knoblauch, Zwiebeln und Gewürze fein hacken, alle Zutaten vermixen (inklusive ein wenig Öl) und zu kleinen runden Bällchen formen. Die Falafel vorsichtig in den Korb der Fritteuse geben und ca. 20 Minuten backen. Dazu passt ein leckerer Quark- oder Joghurt-Dip.

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