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OECD-Studie: Gesundheitsausgaben steigen in Deutschland trotz Krise

OECD-Studie : Gesundheitsausgaben steigen in Deutschland trotz Krise

Anders als in den meisten anderen europäischen Ländern sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2010 noch einmal im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen. Das ergab eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Trotz der Wirtschaftskrise hätten die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben im Jahr 2010 um 2,7 Prozent in Deutschland zugelegt, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer gemeinsamen Studie mit der EU-Kommission zu den Gesundheitssystemen mit. Dagegen schrumpften im EU-Durchschnitt diese Ausgaben um 0,6 Prozent.

Um zwei Prozent pro Jahr gestiegen

Dem Bericht zufolge waren die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben in Deutschland zwischen 2000 und 2009 um zwei Prozent pro Jahr im Durchschnitt gestiegen. In anderen EU-Ländern hatte der Zuwachs in dem Zeitraum sogar bei 4,6 Prozent gelegen. Doch im Krisenjahr 2010 kam es in vielen Ländern zu einem dramatischen Einbruch: Der Rückgang bei den Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben war am stärksten in Irland (minus 7,9 Prozent), Estland (minus 7,3), Island (minus 7,1) und Griechenland (minus 6,7). Das einzige Land, in dem 2010 die Gesundheitsausgaben wie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal anstiegen, war Malta.

OECD und EU äußerten ihre Besorgnis angesichts des Trends der meist sinkenden Ausgaben: Der designierte EU-Kommissar für Gesundheit, Tonio Borg, hob hervor: "Zwar finden wir in dem Bericht bisher keine Hinweise darauf, dass die Krise in Europa zu einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes geführte hätte." Die Folgen von schwierigen sozialen Verhältnissen und mangelhafter Gesundheitsversorgung würden aber erst mit der Zeit sichtbar.

Kampf um adäquate Versorgung

OECD-Vize-Generalsekretär Yves Leterme ergänzte: "Trotz knapper öffentlicher Kassen setzen die Länder alles daran, dass der Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung in Europa die Norm bleibt." Es werde sich zeigen, ob dies gelingt.

Dem Bericht zufolge, sparten die Länder 2010 am stärksten bei Gesundheits- und Vorsorgeprogrammen, weil es bei der Akutmedizin wenig Spielraum für Einschnitte gibt. Das Minus in Bereichen wie Impfkampagnen oder Aufklärung über gesunde Ernährung lag bei 3,2 Prozent. In Deutschland war die Vorsorge demnach der einzige Sektor, in dem die Ausgaben 2010 sanken - um knapp elf Prozent.

Der Bericht "Health at a Glance: Europe 2012" beleuchtet die Gesundheitssysteme der 27 EU-Staaten sowie von fünf EU-Beitrittskandidaten und drei Mitgliedern der Freihandelszone EFTA.

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(AFP)