Köln: Metallica spielen "Viva Colonia" in RheinEnergie-Stadion bei Konzert

Konzert in Köln : Metallica spielen „Viva Colonia“

Bei ihrem Köln-Konzert am Donnerstag überraschen die Metal-Legenden Metallica das Publikum mit dem Höhner-Hit. Zwischen „Enter Sandman“, „Master of Puppets“ und „One“ sorgt die kölsche Hymne für viele Lacher und verwandelt das RheinEnergie-Stadion in einen Chor aus 50.000 Menschen.

Plötzlich stehen Metallica-Gitarrist Kirk Hammett sowie sein Bandkollege und Bassist Robert Trujillo alleine auf dem Bühnensteg im Publikum und spielen den Höhner-Hit „Viva Colonia“. Das RheinEnergie-Stadion tobt, als die US-amerikanischen Hardrock-Legenden die Zeilen „Mer sin multikulinarisch, mer sin multikulturell. Mer sin in jeder Hinsicht aktuell - auch sexuell. - Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Colonia!“ singen. Die deutschen Konzertbesucher stimmen lauthals mit ein. Aber nicht alle: Manch eingefleischter Metal-Fan, viele sind zudem aus dem Ausland angereist, weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll - und schunkelt in einer Art Übersprungshandlung einfach mit der Masse mit.

Die Thrash-Metal-Götter von Metallica haben am Donnerstagabend ihr erstes Deutschlandkonzert der diesjährigen Version der Worldwired-Tour im Kölner RheinEnergie-Stadion gespielt. Die rund 50.000 Karten waren schnell vergriffen. Die Tour führt die vier US-Amerikaner neben Berlin, München und Mannheim in diesem Jahr unter anderem noch nach Schweden, Norwegen, Großbritannien, Polen und Australien. Das Tourfinale ist am 2. November in Neuseeland.

Aber zunächst einmal Köln. Etwas müde wirken die Musiker, als sie mit einer halben Stunde Verspätung auf die Bühne treten und dem Publikum den namensgebenden Song ihres aktuellen Albums entgegen schmettern: „Hardwired“ strotzt nur so vor Energie, während sich Sänger James Hetfield und seine Band-Kollegen scheinbar erst noch an das kölsche Klima gewöhnen müssen. Es dauert ein paar Songs, bis der Funke zaghaft überspringt: „The Unforgiven“ vom schwarzen Album bricht ein wenig das Eis, die Fans singen lauthals mit, kollektive Gänsehaut zieht durch das Stadion.

Beim Metallica-Konzert gab es eine beeindruckende Feuer-Show. Foto: Tobias Dupke

Die 1981 gegründete Hardrock-Band Metallica hat viele Höhen und wenige Tiefen durchlebt. Konstant hält sich der Erfolg. Die Jungs haben neun Grammys abgeräumt, Millionen Platten weltweit verkauft. Der große kommerzielle Erfolg stellte sich mit Erscheinen des schwarzen Albums 1991 ein, das deutlich harmonischer und dadurch massentauglicher produziert wurde. Viele Fans der ersten Stunde nahmen den Musikern diese Wandlung übel und wandten sich ab. Auf der anderen Seite gewann die Band durch das Album neue Fans.

Beide Lager kommen in Köln auf ihre Kosten. „Master of Puppets“, „Ride the Lightning“ und „For whom the bell tolls“ für die alten Fans, „Nothing else matters“, „The memory remains“ und „Enter Sandman“ für die Fans der zweiten Stunde stehen auf der Setlist der Hardrocker.

Nach Sonnenuntergang kam die Light-Show besser zur Geltung. Foto: Tobias Dupke

Die anfängliche Müdigkeit der Mitfünziger auf der Bühne weicht etwa nach einer Stunde vollends, als sie das Lied „Moth into Flames“ von der aktuellen Platte anstimmen. Die Sonne geht langsam unter, im Stadion wird es etwas dunkler. Die Lichteffekte und die Videos auf den riesigen Leinwänden kommen dadurch besser zur Geltung. James Hetfield wirkt deutlich gelassener und scherzt mit dem Publikum. „Überraschung: Der nächste Song handelt von Abhängigkeit“, sagt er - und spielt damit wohl auf seine überwundene Alkoholsucht an. Während die Band das Lied spielt, schießen Flammen aus der Bühne. Metallica haben sich warmgespielt. Das zeigt auch das nächste Lied: „Sad but true“ überzeugt auch den letzten Besucher davon, dass er seine 100 Euro für den Sitzplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Bühne gut angelegt hat.

Etwas länger als zwei Stunden rockt die Band die Bühne im RheinEnergie-Stadion. Mit „Enter Sandman“ und einem imposanten Feuerwerk verabschieden die Thrash-Metal-Legenden ihre Fans in die Kölner Nacht. Manch einer pfeift auf dem Heimweg glückselig „Viva Colonia“.

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