Europas einziges Banjo-Orchester Akkord-Arbeit im Löricker Pfarrsaal

Düsseldorf · Das einzige Banjo-Orchester Europas trifft sich immer dienstags in Düsseldorf-Lörick. 1000 Mal haben die Musiker bereits geprobt und nach dem perfekten Klang gesucht. Wir waren dabei.

 Im Alter von 15 Jahren hörte er zum ersten Mal den Klang eines Banjos. Heute ist Günter Amendt 83. Er gründete den Banjo-Club. Sein Instrument hat er selbst gebaut.

Im Alter von 15 Jahren hörte er zum ersten Mal den Klang eines Banjos. Heute ist Günter Amendt 83. Er gründete den Banjo-Club. Sein Instrument hat er selbst gebaut.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Diese Stimme klingt verletzlich und schön, und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, da singe ein Mädchen auf den Baumwollfeldern am Mississippi über ihre Sehnsucht nach der weiten Welt. Während ein Zug vorbeirauscht, der sie doch forttragen könnte, seufzt sie: „Freight train, freight train, run so fast“. Es singt allerdings gar kein fernwehes Mädchen mit schwerem Herzen, sondern Wolfgang Radau. Der ist 72, trägt einen Vollbart, und obwohl er auf einem Stuhl sitzt, darf man ihn einen gestandenen Mann nennen. Man kann nicht genau sehen, ob Radau die Augen geschlossen hat, da liegt so ein Schatten auf seinem Gesicht, aber wenn es so wäre, würden hinter seinen Lidern die USA beginnen. Gegen Ende des Stücks holt er eine selbstgebaute Flöte aus einem Stoffbeutel: Seine „Dampfpfeife“ wurde aus drei unterschiedlich langen Rohren geschweißt. Er bläst hinein, und es hört sich tatsächlich an wie eine Dampflok: „Freight train, freight train, run so fast. Ffffttt, Fffffttt.“