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A-Capelle-Konzert mit Viva Voce in der Mack-Kapelle Neuss

Konzert in der Mack-Kapelle Neuss : Viva Voce singt in der Mack-Kapelle

Das fünfköpfige Ensemble überzeugte mit einem stimmigen A-Cappella-Konzert.

Für ein ungewöhnliches, in mehrfacher Hinsicht „stimmiges“ Konzerterlebnis hat der Freundes- und Förderkreis der Mack-Kapelle Marianum gesorgt: Mit ihrem immer wieder überraschenden Kirchenprogramm „Ein Stück des Weges“ trat die A-Cappella-Band Viva Voce in dem kleinen Gotteshaus an der Preußenstraße auf. Das Publikum der seit Monaten ausverkauften Veranstaltung genoss ein musikalisch und stimmlich hochklassiges Konzert, bei dem sich Klang und Raum zu einem bemerkenswerten Gesamteindruck zusammenfügten. Am Ende dürften die rund 120 Besucher beschwingter und gelöster gegangen sein, als sie gekommen waren.

Gut ein Jahr Arbeit hatte der Freundeskreis um Helmut Friedberg in die Vorbereitungen des Konzerts gesteckt – und sicher auch ein wenig Überzeugungsarbeit, denn die fünf Sänger von Viva Voce füllen seit Jahren weitaus größere Säle. Die Atmosphäre des von Künstler Heinz Mack ausgestalteten Kirchenraums dürfte auch für die Profi-Musiker, die aus den Reihen des bekannten Windsbacher Knabenchors hervorgegangen sind, etwas Besonderes gewesen sein. Dass ein Kapelle eben keine „normale“ Konzerthalle ist, zeigte sich an der anfangs verhaltenen Reaktion der Zuhörer – kein Zeichen mangelnder Begeisterung, sondern eher des Respekts vor dem sakralen Raum.

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Denn das Programm bot immer wieder Aha-Erlebnisse: Englischsprachige Pop-Songs wie Leonard Cohens Ballade „Hallelujah“ – übrigens in einer besonders schönen Neufassung – oder „Ain’t no mountain high enough“ vom unvergessenen Marvin Gaye sind Gottesdienstbesucher inzwischen gewöhnt. Aber eine (ungemein beeindruckende) Cover-Version des Metallica-Hits „Nothing else matters“? Auch George Ezras aktueller Song „Budapest“, bei dem die sympathische Band das Publikum zum Mitsingen animierte, dürfte noch nicht so oft in einer Kirche performt worden sein. Erstaunlich, wie gut dies mit Anton Bruckners „Os justi“ oder der 2007 für den Kirchentag in Köln entstandenen Eigenkomposition „Du bist da“, beruhend auf dem Kanon des Barockkomponisten Pachelbel, harmonierte.

Bei Viva Voce ist die Band ist der Star, bestehend aus fünf sehr individuellen Stimmen mit jeweils ganz eigenem Charakter. Gemeinsam gelingt ihnen eine Performance, die harmonisch anspruchsvoll, intonatorisch (fast immer) höchst präzise und emotional berührend ist. Da passte es wunderbar zur Stimmung, dass Band und Publikum gegen Ende des Programms für Tenor Bastian Hupfer, der an diesem Tag einen runden Geburtstag feierte,  „Happy birthday“ anstimmten.

(susa)