Kartellamt ermittelt gegen Sky und DAZN wegen Kooperation bei Champions League

Wegen Kooperation bei Champions League : Kartellamt ermittelt gegen Sky und DAZN

Der Pay-TV-Sender Sky hält die Rechte an der Übertragung der Champions League. Diese Saison hat Sky seine Rechte nur an den Streamingdienst DAZN weitergeben. Das Bundeskartellamt prüft diese Zusammenarbeit nun.

Die Königsklassen-Kooperation zwischen Sky Deutschland und DAZN ist ins Visier des Kartellamts geraten. Die Bonner Aufsichtsbehörde untersucht in einem "Verwaltungsverfahren", ob die Zusammenarbeit zwischen dem Pay-TV-Sender und der Perform Group mit ihrem Streamingdienst bei der Übertragung der Champions League "kartellrechtskonform" ist. Das gab das Kartellamt am Dienstag bekannt. Auch den damit verbundenen Blackout im Free-TV sieht das Amt kritisch.

Sky hat 2017 die Ausstrahlungsrechte an sämtlichen Spielen von 2018 bis 2021 von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erworben. Im Anschluss haben Sky und DAZN die Rechte unter sich aufgeteilt. Seit der laufenden Saison wird die Champions League daher nur noch bei Sky und DAZN ausgestrahlt - zuvor hatte das ZDF eine Partie mit deutscher Beteiligung pro Spieltag im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Die neue Praxis wird von Kartellamts-Präsident Andreas Mundt infrage gestellt.

"Mit der laufenden Saison der Champions League hat sich für die Fernsehzuschauer in Deutschland einiges geändert. Sky und DAZN sind zwei der wichtigsten Anbieter von Premiumsport im Pay-TV", sagte Mundt: "Wir untersuchen, wann und in welcher Form die Kooperation der beiden Unternehmen beschlossen wurde und ob die Zusammenarbeit den Wettbewerb im Interesse der Verbraucher gefördert oder beschränkt hat."

Sky ist der führende Anbieter von Pay-TV in Deutschland und unterliegt deshalb laut Kartellamt "unter Umständen besonderen kartellrechtlichen Beschränkungen" bei der Kooperation mit Wettbewerbern.

"Die Vereinbarung zwischen Sky Deutschland und Perform könnte zu einer weiteren Absicherung der Marktposition von Sky beitragen", ließ die Behörde wissen: "Darüber hinaus sind bestimmte Spiele auch deutscher Vereine jetzt nur noch über den Verbreitungsweg Internet zu sehen. Im frei empfangbaren Fernsehen sind gar keine Spiele der Champions League mehr zu sehen. Auch insofern kommt eine durch die Kooperation bezweckte oder bewirkte Wettbewerbsbeschränkung in Betracht."

Das Bundeskartellamt will nun zunächst den Sachverhalt ermitteln. Dazu werden Sky und DAZN sowie weitere Marktteilnehmer unter anderem mit Blick auf den genauen Verlauf der Ausschreibung der Rechte befragt.

Sky kommentierte die Ermittlungen zurückhaltend. "Das Bundeskartellamt hat uns bereits vor einigen Tagen über sein Vorhaben informiert", ließ der Sender auf SID-Anfrage wissen: "Selbstverständlich kooperieren wir mit der Behörde vollumfänglich und bitten Sie in diesem Zusammenhang um Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Stellungnahmen dazu abgegeben." Ähnlich äußerte sich DAZN. "Wie kooperieren selbstverständlich mit der Behörde, bitten jedoch um Verständnis, dass wir keine weiteren Angaben zur Untersuchung machen werden", sagte ein Unternehmensprecher.

(rent/sid)
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