Fortuna Düsseldorf: Einheit mit Fans ist größte Stärke - Kommentar

Nachweis auch beim 2:3 in Dortmund : Einheit mit Fans ist Fortunas größte Stärke

8000 Düsseldorfer Anhänger sangen am Samstag mehr als 70.000 Dortmunder an die Wand. Der enge Schulterschluss mit ihren Fans ist ein extrem wichtiges Plus für Fortuna.

Beim Geschehen auf dem Dortmunder Rasen stellte sich dieselbe Frage wie beim Gesang auf den Rängen: Wer spielt denn hier eigentlich um die deutsche Meisterschaft? Nun ist es für häufigere Stadionbesucher schon lange kein Geheimnis mehr, dass die einst so gefürchtete „schwarz-gelbe Wand“ – von ganz großen internationalen Spielen einmal abgesehen – nur noch von ihrer Legende lebt. Dass aber bei der Düsseldorfer 2:3-Niederlage am Samstag 8000 Gästefans mehr als 72.000 Dortmunder Anhänger derart an die Wand singen, hatte man in dieser Form auch nicht erwarten dürfen.

Wie schon so oft in dieser Saison bildeten die Fortuna-Anhänger eine absolute Einheit mit ihrer Mannschaft, holten so das Letzte aus ihr heraus. Deshalb wäre am Ende selbst in Unterzahl fast noch der Ausgleich gefallen, der sogar verdient gewesen wäre. „Das ist einfach unglaublich“, sagte Kaan Ayhan, der überragende Spieler auf dem Platz, nach dem Abpfiff. „Du wirst nach vorn gepeitscht und du versuchst nur noch, für diesen unfassbaren Support so viel wie möglich zurückzugeben.“ Die Wechselwirkung funktioniert. Die Düsseldorfer Zuschauer zeigen lautstark ihr grenzenloses Vertrauen in ihr Team und ziehen es so auch durch schwierige Situationen hindurch.

„Wir hatten hier das Gefühl, ein Heimspiel zu haben“, kommentierte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, „und das in Dortmund. Man muss unsere Fans herausheben. Selbst nach Niederlagen wie in Wolfsburg und gegen Leipzig haben sie uns nie das Gefühl gegeben, verloren zu haben. Das ist für die Spieler etwas ganz Besonderes, so eine Fanbase kann dich auf das nächste Level pushen.“ Sie kann nicht nur – in Fortunas Fall tut sie es sogar.

Der enge Schulterschluss mit ihren Anhängern war ein wichtiger Mosaikstein für Fortunas Klassenerhalt. Trainer Friedhelm Funkel sprach zu Beginn der Saison oft von einer Wagenburg, die er und die Spieler um sich herum bauen wollten, um der widrigen deutschen Fußball-Landschaft zu trotzen, die den Aufsteiger zum Absteiger Nummer eins gestempelt hatte. Die Fans schafften es, mit hinein in diese Wagenburg zu kommen, und gemeinsam wurde das große Ziel erreicht. In der neuen Saison wird viel davon abhängen, ob dieser Schulterschluss erhalten bleiben kann.

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