Fortuna Düsseldorf: 2:3-Niederlage bei Borussia Dortmund

2:3 beim BVB : Couragierte Fortuna verpasst Punkt in Dortmund

Nicht allein wegen Dodi Lukebakios verschossenem Elfmeter war für Fortuna Düsseldorf bei der 2:3-Niederlage in Dortmund mehr drin. Der Aufsteiger verkaufte sich aber auch beim Tabellenzweiten sehr teuer.

Im Hinspiel kurz vor Weihnachten hatte Fortuna Düsseldorf dem damals souveränen Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund die erste Saisonniederlage zugefügt. Auch im Rückspiel war ein Erfolg durchaus möglich, doch diesmal fehlte dem Aufsteiger in den entscheidenden Szenen das Glück und auch die letzte Konzentration. So unterlag er dem Tabellenzweiten, der seine letzte Chance im Titelkampf wahrte, am Ende sehr unglücklich 2:3.

Dass es bei Friedhelm Funkel in Sachen Startaufstellung keine Erbhöfe gibt, sollte inzwischen jedem klar geworden sein. Dennoch war es eine Überraschung, dass der Coach in der Partie beim BVB ausgerechnet Benito Raman zunächst auf die Reservebank setzte. Zwar hatte der belgische Angreifer am vergangenen Sonntag beim 1:1 in Freiburg nicht seinen allerbesten Tag erwischt, aber in den Partien zuvor war er stets einer der Besten gewesen. Die Erklärung hatte Funkel allerdings schon unmittelbar nach dem Freiburg-Spiel geliefert: „In Benito Raman, Dodi Lukebakio und Dawid Kownacki haben wir drei sehr schnelle und sehr torgefährliche Leute für die Außenbahnen. Da wird es immer wieder passieren, dass mal einer von ihnen unerwartet draußen bleiben muss.“ Und da traf es diesmal eben Raman.

Unterm Strich bedeutete das allerdings nicht, dass die im Team verbliebenen Lukebakio und Kownacki beide auf den Außenbahnen spielten. Links setzte Funkel nämlich auf das Tandem Niko Gießelmann/Markus Suttner, eine etwas defensivere Variante als zuletzt also. Kownacki und Lukebakio wechselten sich als vorderste Spitze und auf der rechten Seite ab, was es der Dortmunder Abwehr schwer machen sollte, sich auf einen Gefahrenherd zu konzentrieren.

Tatsächlich gelang es den Gästen in der Anfangsphase recht gut, die geplanten Nadelstiche zu setzen. Beim ersten Versuch hatte Lukebakio noch Pech, als er bei einem aussichtsreichen Konter ausrutschte und so den Ball verlor. Beim zweiten Mal hätte die Leihgabe des FC Watford dann nach Suttners Flanke die Kugel besser zu Kownacki durchlassen sollen, statt ihn selbst nur mit der Fußspitze zu erwischen (12.).

Viel Aufregung gab`s dann in der 21. Minute. Zunächst versenkte Lukebakio den Ball nach einem frechen Solo im Netz – doch Schiedsrichter-Assistent Christian Gittelmann hob nachträglich die Fahne und erkannte auf Abseits, was auch der Videoüberprüfung standhielt. Im Gegenzug vereitelten Torhüter Michael Rensing und Außenverteidiger Matthias Zimmermann gemeinsam eine Dortmunder Doppelchance durch Raphael Gerreiro und Christian Pulisic, der sich vor dem Anpfiff via Mikrofon von den BVB-Fans in Richtung FC Chelsea verabschiedet hatte.

Pulisic holte sein Erfolgserlebnis dann allerdings vier Minuten vor der Pause nach. Auf Kopfballvorlage von Thomas Delaney köpfte der US-Amerikaner mit einer Flugeinlage das 1:0 – bitter für Fortuna, die es bis dahin gut geschafft hatte, dem Favoriten alle Passwege zuzustellen. Mitunter wirkten die Schwarz-Gelben gegen ihren äußerst kompakt auftretenden Gegner sogar schon leicht entnervt, zumal da das Dortmunder Publikum langsam unruhig zu werden begann.

Es bedarf in dieser Saison jedoch mehr als nur eines Pausenrückstands, um Fortuna nachhaltig zu verunsichern. Nicht einmal zwei Minuten nach dem Wiederbeginn köpfte Kapitän Oliver Fink nach einer Suttner-Flanke aufs Tor, und Dortmunds schweizerischer Nationalkeeper Hitz ließ den Ball zum 1:1 durchrutschen. Der Auftakt zu einer ereignisreichen Phase der Partie, denn wiederum nur sechs Minuten später nutzte Delaney eine kurzzeitige Verwirrung der Düsseldorfer Abwehr zum 2:1.

Dennoch bot sich Fortuna kurz darauf die ideale Chance zum erneuten Kontern. Nach einer Attacke von Hitz gegen Lukebakio entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Strafstoß. Kownacki schnappte sich den Ball, aber Lukebakio nahm diesen seinem Kollegen aus den Händen, wollte unbedingt selbst schießen. Was er dann auch tat – allerdings weit am rechten Pfosten vorbei. Nach dem Pfostentreffer beim 1:3 in Mainz war es der zweite Elfer-Fehlschuss des 21-Jährigen in Folge. Schon zuvor war der Belgier einige Male durch Eigensinn negativ aufgefallen, als er den besser postierten Kownacki jeweils übersehen hatte.

Funkel versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, brachte Raman für Suttner und Kenan Karaman für Fink. Mit vier Stürmern und Regisseur Kevin Stöger dahinter taten die Gäste alles für den Ausgleich – aber der wollte nicht mehr fallen. Auch deshalb, weil Stieler Adam Bodzek in der 82. Minute nach einem Foul an Jaden Sancho die Rote Karte zeigte; eine sehr harte Entscheidung. Mario Götze traf gegen die weit aufgerückten Gäste noch zum 3:1, Kownacki verkürzte erneut. Fortuna beeindruckte wieder einmal mit einer couragierten Vorstellung, die dem BVB arg zu schaffen machte.

Statistik:

Dortmund: Hitz - Piszczek, Weigl, Akanji, Guerreiro - Witsel, Delaney - Pulisic (90.+1 Schmelzer), Mario Götze (90.+5 Philipp), Bruun Larsen (61. Sancho) - Paco Alcacer. - Trainer: Favre

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Ayhan, Andre Hoffmann, Gießelmann - Bodzek - Stöger, Fink (76. Karaman) - Kownacki, Lukebakio (85. Morales), Suttner (67. Raman). - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: 1:0 Pulisic (41.), 1:1 Fink (47.), 2:1 Delaney (53.), 3:1 Mario Götze (90.+2), 3:2 Kownacki (90.+5)

Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)

Beste Spieler: Guerreiro, Delaney - Suttner, Stöger

Rote Karten: - Bodzek wegen groben Foulspiels (82.)

Gelbe Karte: Pulisic (2) -

Besonderes Vorkommnis: Lukebakio schießt Foulelfmeter (nach Videobeweis) neben das Tor (59.):

Torschüsse: 15:8

Ecken: 2:4

Ballbesitz: 60:40 %

Zweikämpfe: 84:72

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dortmund - Fortuna: die Bilder des Spiels

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