Fortuna Düsseldorf II: Drei Szenarien, um viertklassig zu bleiben

Fortuna II : Drei Szenarien, um viertklassig zu bleiben

Am Samstag könnten Fortunas Regionalliga-Fußballer in Herkenrath endgültig den Klassenerhalt sichern.

Im deutschen Sprachgebrauch haben sich zahlreiche Floskeln verfestigt, um nach einem herben Rückschlag neue Hoffnung auszudrücken. „Mund abputzen und weitermachen“, lautet eine davon. Nico Michaty hat sich am späten Montagabend eine andere Phrase zu eigen gemacht. „Diese Niederlage müssen wir schnellstmöglich aus den Knochen schütteln“, sagte der Trainer von Fortunas Regionalliga-Fußballern nach der schmerzhaften 0:5-Klatsche gegen die U21 des 1. FC Köln. „Wir haben das Spiel analysiert, am Dienstag darüber gesprochen und versucht, es anschließend abzuhaken.“

Sonderlich bahnbrechende Lehren hat die Aufarbeitung aber nicht zutage gefördert, weil der Teufel nicht etwa im Detail lag, sondern die gesamte Darbietung misslang. „In vielen Bereichen haben wir einfach gesehen, dass wir uns anders präsentieren müssen“, betont Michaty. „Solche Tage gibt’s im Fußball. Und wir hatten die Tatsache ja nicht exklusiv, gegen Köln so hoch verloren zu haben.“ Letzteres belegen die Zahlen: Rot-Weiß Oberhausen unterlag den Domstädtern beispielsweise mit 1:6, und auch Tabellenführer Viktoria Köln (1:2) biss sich am besten Team der Rückrunde die Zähne aus.

In einer anderen Hemisphäre als die Kölner ist indes der TV Herkenrath unterwegs. Der Aufsteiger aus Bergisch Gladbach hält schon seit einigen Monaten die Rote Laterne in der Hand und kann den Traum vom Klassenerhalt längst nicht mehr realisieren. Bei der „Zwoten“ ist das anders. Nach drei vergeblichen Anläufen – gemeint sind die Niederlagen gegen Wuppertal, Kaan-Marienborn und eben Köln – ist die endgültige Rettung nur noch einen Katzensprung entfernt.

Drei Szenarien sind dahingehend denkbar. Option eins: Die Flingerner gewinnen in Herkenrath (Samstag, 14 Uhr, Belkaw-Arena), das wäre der einfachste und zugleich der angepeilte Weg. „Wir wollen unser Ziel proaktiv erreichen und legen den Fokus komplett auf unser Spiel“, sagt Michaty, denn auch er kennt freilich alle Möglichkeiten. Ebenfalls Option zwei: Der SV Straelen verliert seine Partie gegen Spitzenreiter Viktoria Köln, dann bliebe die „Zwote“ selbst im Fall einer Niederlage viertklassig. Und Option drei: Sowohl Straelen als auch die Flingerner beenden ihre Begegnungen mit einem Unentschieden.

Ein Selbstläufer wird die Aufgabe in Herkenrath für die Michaty-Elf bestimmt nicht. „Ich habe großen Respekt davor, wie sich der Gegner in der Rückrunde aus der Affäre zieht“, bekräftigt der Coach. „Herkenrath kämpft wie ein Löwe, fast alle Spiele nach der Winterpause sind sehr eng ausgegangen.“ Geht es nach den Anhängern der Fortuna, ist das am Samstag nicht der Fall – ein deutlicher Erfolg wäre sicherlich bedeutend nervenschonender. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst einmal gilt es, Wiedergutmachung für die Derbypleite zu betreiben: gestärkt zurückkommen. Das ist auch so eine Floskel.