Fortuna Düsseldorf: Andre Hoffmann verpasst späte Revanche für 2013

Fortuna mit tollem Auftritt : Hoffmann verpasst späte Rache für 2013

Vor sechs Jahren ist der BVB mitschuldig am direkten Abstieg von Fortuna. Beinahe wäre am Samstag die späte Revanche gelungen. Doch am Ende heißt es 3:2 und Dortmund hat weiter die Chance auf die Meisterschaft.

Andre Hoffmann bekommt den Ball im Strafraum, schießt Richtung langes Eck. Der Ball ist auf dem Weg ins Tor, die Zuschauer halten den Atem an, doch Manuel Akanji rutscht in den Ball und fälscht ihn zur Ecke ab. Sollte Borussia Dortmund am letzten Bundesliga-Spieltag tatsächlich noch deutscher Meister werden, wird diese Aktion dafür mitentscheidend sein. Denn dieser Treffer in der siebten Minute der Nachspielzeit des Spiels gegen Fortuna wäre der Ausgleich und gleichzeitig das Ende aller Dortmunder Titelträume gewesen. So gewann Borussia glücklich und Hoffmann verpasste die späte Rache für 2013.

Rückblick: Im Mai vor sechs Jahren empfängt der BVB am letzten Spieltag die TSG Hoffenheim, die wie Fortuna, die in Hannover spielt, noch um den Klassenerhalt kämpft. Die Dortmunder sind schon sicher auf Platz zwei, führen bis zur 77. Minute durch ein Tor von Robert Lewandowski mit 1:0. Doch in einer denkwürdigen Schlussphase schenken die Borussen den Sieg noch her. Sejad Salihovic trifft doppelt zum Hoffenheimer 2:1-Auswärtssieg. Fortuna verliert parallel 0:3 und steigt ab, Hoffenheim darf statt den Düsseldorfern in der Relegation ran und rettet sich gegen Kaiserslautern. Viele Fortuna-Anhänger nehmen den Dortmundern diese Leistung heute noch übel und hätten den Schwarz-Gelben nur zu gern die Meisterschaft versaut.

Hoffmann hatte die späte Revanche auf dem Fuß. „Ich weiß gar nicht, was ich da vorne gemacht habe. Ich erinnere mich auch nicht, wie es dazu kam, aber irgendwie kam der Ball zu mir“, beschreibt Hoffmann die Szene. „Ich wusste, ich muss den Ball irgendwie kontrollieren und schnell abschließen, ohne zu wissen, wo das Tor wirklich steht.“ Das macht der 26-Jährige auch. Und die Fernsehbilder legen nahe, dass der Ball auch zum 3:3 ins Tor gerollt wäre, hätte Akanjis Hüfte die Kugel nicht zur Ecke abgefälscht. „Das war richtig knapp“, sagt Hoffmann. „Diese Szene symbolisiert auch das Spiel. Wir hatten Dortmund mehr als am Rande eines Punktverlustes. Wir hätten es wirklich verdient gehabt, hier zu punkten.“

So sahen es unisono alle Beteiligten nach der Partie – sowohl von Dortmunder Seite aus als auch von Fortunas. Düsseldorf war voll auf Augenhöhe, gab sich auch nach dem 1:3 durch Mario Götze in der zweiten Minute der Nachspielzeit nicht geschlagen. „Es ist unglaublich, wir spielen vor 80.000 in Dortmund, die immer noch Deutscher Meister werden können, spielen Pressing und zwingen Borussia zu Ballverlusten – Wahnsinn“. So verkürzt Dawid Kownacki nach 90.+5 auf 2:3. Dann kommt Hoffmans Chance. Und auch Kenan Karaman hat noch eine große Möglichkeit, der Treffer hätte aber aufgrund einer Abseitsposition nicht gezählt. „Der Trainer hat gerade gesagt, er ist unheimlich stolz auf unseren Auftritt trotz der knappen Niederlage, und das bin ich auch“, betont Hoffmann.

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