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Fortuna Düsseldorf: Aufstiegstrainer Kuno Klötzer wäre am 19. April 99 geworden

99. Geburtstag : Als Aufstiegsheld Kuno Klötzer über eine Spielerrevolte stolperte

Als Trainer führte er Fortuna 1966 zum ersten Mal in die Bundesliga. Doch seinen größten Titel holte Kuno Klötzer erst mit dem HSV, da ihn in Düsseldorf die Mannschaft gestürzt hatte. Am Montag wäre er 99 geworden.

Spricht man bei Fortuna Düsseldorf über Persönlichkeiten, die einen gewaltigen Fußabdruck in der Geschichte des Traditionsvereins hinterlassen haben, kommt man um ihn nicht herum: Kuno Klötzer. Der gebürtige Sachse ist das Gesicht des ersten Bundesliga-Aufstiegs der Rot-Weißen 1966. Am Montag würde Klötzer seinen 99. Geburtstag feiern. Seine Todesnachricht am 6. August 2011 rief Bestürzung rund um den Flinger Broich hervor, aber auch viele schöne Erinnerungen an längst vergangene, erfolgreiche Zeiten.

Im sächsischen Geyer, im Erzgebirge, wurde Klötzer am 19. April 1922 geboren. Seine fußballerische Jugendzeit verbrachte er bei seinem Heimatverein VfB Geyer. Dem talentierten Mittelläufer (heute wäre das am ehesten ein defensiver Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger) verwehrte allerdings der 2. Weltkrieg eine größere fußballerische Karriere. Bereits mit 18 Jahren wurde er zur Wehrmacht eingezogen und verbrachte schwere Jahre an der Ostfront in Russland. Gleich drei Mal trug er Verletzungen davon, ehe er zum Ende des Krieges in britische Kriegsgefangenschaft geriet.

1946 durfte er endlich wieder die Fußballstiefel schnüren und schloss sich dem unterklassigen Helmstedter SV an. Sein Talent fiel den Verantwortlichen des SV Werder Bremen auf, und so kam Klötzer zu Einsätzen in der Oberliga Nord. Doch seine aktive Laufbahn sollte auch fortan unter keinem guten Stern stehen. Mehrere schwere Knieverletzungen zwangen ihn bereits 1952, die Schuhe an den Nagel zu hängen.

 Kuno Klötzer.
Kuno Klötzer. Foto: Horstmueller/HORSTMUELLER GmbH

In weiser Voraussicht hatte Klötzer bereits 1949 erfolgreich am Trainerlehrgang des Deutschen Fußball-Bundes teilgenommen. Unter der Leitung des späteren Weltmeister-Trainers Sepp Herberger wuchs ein hervorragender Übungsleiter heran.

Seine erfolgreiche Tätigkeit als niedersächsischer Verbandstrainer blieb 1953 auch den Düsseldorfern nicht verborgen. Im Juni desselben Jahres setzte Klötzer erstmals seine Unterschrift unter einen Trainervertrag bei Fortuna. Die Liaison stand bereits nach einer Spielzeit auf dem Prüfstand. Nachdem die erste Saison nicht so erfolgreich wie erhofft erlief und lediglich auf Platz zehn abgeschlossen wurde, rang sich der Vorstand letztlich doch zu einer Vertragsverlängerung durch. Wie sich in den kommenden drei Jahren zeigen sollte, war dies nicht die schlechteste Entscheidung – immerhin erreichte Fortuna jeweils den sechsten Tabellenplatz in der Oberliga West. Solide, aber zu wenig für die erfolgshungrigen Düsseldorfer. Nach vier Jahren trennten sich die Wege von Kuno Klötzer und Fortuna.

In Fortunas Liga-Alltag wollte es aber auch in den kommenden Jahren nicht wie erhofft klappen. Guten Jahren folgten ernüchternde, sogar ein Abstieg war mit in der Verlosung. Da erinnerten sich die Verantwortlichen an Kuno Klötzer und verpflichteten ihn 1963 zum zweiten Mal. Wie sich zwei Spielzeiten später zeigen sollte, war das ein Glücksgriff. Am Ende der Saison 1965/66, nach erfolgreicher Aufstiegsrunde, war das große Ziel erreicht: Kuno Klötzer hatte Fortuna erstmalig in die Bundesliga geführt.

Die neue sportliche Herausforderung lief bahnbrechend an. Gleich am ersten Spieltag siegten die Flingerner sensationell beim frischgebackenen Europapokalsieger Borussia Dortmund. Fortuna spielte eine durchaus solide Runde. Doch Schwächeperioden und Unstimmigkeiten zwischen Teilen der Mannschaft und Klötzer führten zum durchaus vermeidbaren Abstieg. Unrühmlich war dann auch das Ende der Klötzer-Ära am Flinger Broich, was im kürzlich erschienenen Jubiläumsfilm des Vereins ausgezeichnet mit zeitgenössischen Interviews dokumentiert wird. Dem Aufstiegshelden wurde bei der Saisonanalyse mit der Mannschaft, die eine Spielerrevolte angezettelt hatte, kurzerhand die Kündigung ausgesprochen.

Für Klötzer eine unerwartete Nachricht, die ihn enttäuscht zurückließ, denn er hätte gern den Wiederaufstieg realisiert. Seine Zeit bei Fortuna war damit zu Ende. Seine Trainerkarriere aber noch lange nicht, feierte er doch mit mehreren Klubs noch große Erfolge; unter anderem holte er mit dem Hamburger SV 1977 den Europapokal der Pokalsieger. Sein Name jedenfalls wird in Düsseldorf auf alle Ewigkeit mit Fortunas ersten Bundesliga-Aufstieg verbunden bleiben.