Borussia: Eberls Planungen

Borussia: Eberls Planungen

Roberto Colautti geht zurück nach Israel, auch der Vertrag von Thomas Kleine wird nicht verlängert. Also braucht Borussia vorn und hinten neue Spieler. Bis zum 21. Juli soll das Gros des Kaders stehen.

Fussball Planungssicherheit ist ein großes Wort, eines, das Max Eberl, Borussias Sportdirektor, nicht gern hört in diesen Tagen. Das klingt so definitiv und könnte dazu verleiten, den Verbleib in der Liga als schon unabdingbar anzunehmen.

"Wir haben einen schönen Vorsprung auf die Abstiegszone und befinden uns im Bereich unserer Zielsetzung, damit können wir zufrieden sein. Was aber nicht bedeutet, dass wir jetzt die Arbeit einstellen können", warnt Eberl.

Gleichwohl blickt er nach vorn und plant für die neue Saison. Zwei Zugänge stehen fest: Jens Wissing von Preußen Münster und Sebastian Schachten, der an den SC Paderborn ausgeliehen war und nun zurückkehrt. Dazu kommen aus dem eigenen Nachwuchs Patrick Herrmann, Marc-André ter Stegen und Bernhard Janeczek.

Unglücklich gelaufen

Und so langsam zeichnet sich ab, welche Jobs noch zu vergeben sind in Gladbach. Einer oder zwei im Angriff wohl, denn wie Moses Lamidi und Oliver Neuville wird auch Roberto Colautti bald kein Borusse mehr sein. Er will bei Maccabi Tel Aviv dabei sein, wenn "da mit Hilfe eines kanadischen Geldgebers etwas aufgebaut wird".

Am Stuttgarter Stürmer Cacau war Borussia interessiert. Doch nach seiner Tor-Explosion in den vergangenen Wochen hatte der Nationalspieler plötzlich ganz andere Optionen. Zudem steht sicherlich ein Verteidiger auf der Einkaufsliste der Borussen, da auch der Vertrag von Thomas Kleine nicht verlängert wird.

Beide, Colautti wie Kleine, hatten sich mehr erhofft vom Engagement bei Borussia. "Für mich ist es insgesamt unglücklich gelaufen. Erst war ich verletzt, dann kam ein neuer Trainer, der nur mit einer Spitze spielte, und das liegt mir nicht", sagt Colautti.

Neun Tore schaffte er in bislang 53 Liga-Einsätzen für Gladbach – da hatte sich wohl auch der Klub mehr versprochen, als er Colautti im Sommer 2007 für 1,5 Millionen Euro holte. Kleine kam in der Winterpause der Saison 2007/2008, als sich Roel Brouwers verletzt hatte. Doch über den Status des dritten Mannes in der Innenverteidigung ist er nie hinaus gekommen.

Welche Spieler Eberl im Fokus hat, darüber hüllt er sich in das branchenübliche Schweigen. Das Gros des neuen Kaders soll jedoch bis zum Auftakt der Vorbereitung stehen. "Am 21. Juni soll Michael Frontzeck wissen, welche Spieler ihm zur Verfügung stehen und ab diesem Tag soll er mit diesen Spielern arbeiten können. Das ist unsere Intention", sagt Eberl. Wohl wissend, dass in der langen WM-Sommerpause "auch zu einem späten Zeitpunkt nochmal etwas auf dem Transfermarkt passieren kann, womit man nicht rechnen musste".

(RP)