Borussia: Der quirlige Dauerläufer

Borussia: Der quirlige Dauerläufer

Erstmals in der Rückrunde stand Karim Matmour beim 1:0 gegen den HSV in Borussias Startelf und bildete mit Rob Friend das Sturmduo. Der Algerier präsentierte sich laufstark und einsatzfreudig, blieb aber ohne Treffer.

Es dauerte ganze 80 Sekunden, bis sich Karim Matmour wieder in der Bundesliga angemeldet hatte. Mit einem beherzten Linksschuss aus 20 Metern prüfte der Algerier Hamburgs Torwart Frank Rost. Emsig und laufstark wie eh und je präsentierte sich Matmour bei seinem ersten Startelf-Einsatz in der Rückrunde – nur leider auch mit der bekannten Abschluss-Schwäche.

Für den Heimsieg gegen den Hamburger SV reichte es gestern Abend auch so: Durch den 1:0 (1:0)-Erfolg entledigte sich Borussia bei zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wohl auch der letzten Abstiegssorgen.

"Wer trifft, ist egal"

"Es war ein schweres Spiel. Aber wir haben gekämpft und nichts zugelassen", sagte Matmour. Bislang hatten nur vier Einwechslungen im zweiten Saisonabschnitt für ihn zu Buche gestanden, die Teilnahme am Afrika-Cup sowie Probleme in der Leistengegend ließen nicht mehr zu. Sein Einsatz als Sturmpartner des langen Rob Friend war aber nicht die einzige Änderung in der Gladbacher Mannschaft.

Während Marcel Meeuwis den gesperrten Michael Bradley im defensiven Mittelfeld vertrat, beackerte Tony Jantschke für Tobias Levels (Magen-Darm-Grippe) die rechte Seite. Die Wechsel störten das Gladbacher Angriffsspiel vor 52 296 Zuschauern im Borussia-Park jedoch zunächst nicht. Nach Matmours Schuss prüfte auch Rob Friend den HSV-Keeper mit einem schönen Kopfball (9.).

Friend und Matmour harmonierten wieder ähnlich gut wie während der erfolgreichen Phase zum Ende der Hinrunde. Hier der lange Kanadier, der die Bälle im Sturmzentrum für die nachrückenden Borussen auflegte, da der quirlige Algerier, der um Friend herum wirbelte. "Unser Zusammenspiel war gut, die Automatismen kommen wieder. Und irgendwann klappt es auch wieder mit dem eigenen Tor", sagte Matmour.

Dass Borussias Sturm bis auf die Anfangsphase nur wenig für Torgefahr sorgte, erklärte er auch: "Der HSV ist keine schlechte Mannschaft, gegen die bekommt man nur wenige Chancen." So musste erneut Verteidiger Roel Brouwers mit seinem siebten Saisontor einnetzen, um den Gladbacher Sieg zu sichern (43.).

"Wer trifft, ist letztlich egal", sagte Matmour, der Mitte der zweiten Hälfte auf die offensive Außenbahn wechselte. Zusammen mit Juan Arango und Marco Reus war der 24-Jährige nun für die Entlastung zuständig, ein gewinnbringender Konter gelang nicht mehr. Trotzdem war Trainer Michael Frontzeck mit seinem Team insgesamt sehr zufrieden: "Wir haben viel Herz gezeigt, sind an die Grenzen gegangen." In der 90. Minute wechselte Frontzeck den Dauerläufer Matmour aus. Er war zufrieden: "Karim war sehr aktiv, hat viel nach hinten gearbeitet und hat seine Schnelligkeit in einigen Situationen gut ausgespielt."

(RP)