"Keine Sau braucht die FDP": Brandenburgs FDP setzt im Wahlkampf auf Selbstironie

"Keine Sau braucht die FDP" : Brandenburgs FDP setzt im Wahlkampf auf Selbstironie

Bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen geht es für die FDP um die politische Existenz. Während die Liberalen in Sachsen noch eine Chance haben, wieder in den Landtag einzuziehen (auch wenn eine Regierungsbeteiligung wackelt), sieht es in Brandenburg mau aus. Entsprechend startet die Partei dort in eine eher ungewöhnlich heiße Phase des Wahlkampfes – mit viel Selbstironie.

Bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen geht es für die FDP um die politische Existenz. Während die Liberalen in Sachsen noch eine Chance haben, wieder in den Landtag einzuziehen (auch wenn eine Regierungsbeteiligung wackelt), sieht es in Brandenburg mau aus. Entsprechend startet die Partei dort in eine eher ungewöhnlich heiße Phase des Wahlkampfes — mit viel Selbstironie.

Brandenburg ist eine Hochburg der SPD. Seit Jahren regiert dort ein sozialdemokratischer Ministerpräsident, seit Kurzem Dietmar Woidke, zuvor Mathhias Platzeck. Erst koalierte die Partei mit der CDU, derzeit mit der Linken. Die FDP spielte bei einer Regierungsbildung bislang keine Rolle. Aber sie schaffte es 2009 mit 7,2 Prozent wieder in den Landtag. Doch wenn in diesem September in Brandenburg gewählt wird, sieht es alles andere als gut aus für die Partei.

Denn in den Umfragen wurden die Liberalen zuletzt nicht einmal mehr ausgewiesen, so wenige Wähler hatten sich für sie ausgesprochen. Was also tun in der heißen Wahlkampf-Phase? Die Brandenburger Liberalen jedenfalls versuchen es mit Humor und Selbstironie und dürften so auf jeden Fall im Gespräch bleiben. Seit Montag prangen in dem Bundesland gelbe Wahlplakate, auf denen in blauer Schrift lediglich zu lesen ist: "Keine Sau braucht die FDP", wie mehrere brandenburgische Zeitungen schreiben.

Auch ein Blick auf die Webseite gibt nur diesen Text wieder. Wer weitere Informationen zur Partei haben will, kommt auch mit einem Klick auf das Startmotiv nicht weiter. Wie die "Lausitzer Rundschau" schreibt, bekommt man beim Anruf des brandenburgischen FDP-Pressesprecher Christian Erhardt-Maciejewski auch nur die Mailbox-Nachricht "Keine Sau braucht die FDP". Und deshalb sei er bis Donnerstag nicht zu erreichen. An dem Tag hat die Partei eine Pressekonferenz angekündigt. Nur die Facebook-Seite der Liberalen in dem Bundesland setzt nach wie vor auf Inhalte.

Die Brandenburger Liberalen sind übrigens nicht die einzigen, die mit ungewöhnlichen Mitteln in den Landtagswahlkampf ziehen. Die Kollegen in Thüringen haben jüngst ein Plakat veröffentlicht, auf dem steht "Wir sind dann mal weg", schreibt etwa die Thüringische Landeszeitung. Als Zusatz steht auf dem Hauptmotiv noch: "Genau wie der Mittelstand." Weitere Wahlplakate verheißen laut der Zeitung ein Thüringen ohne Schulnoten oder Landärzte. "Wir wollen deutlich machen, wofür die FDP steht und wofür sie gebraucht wird", zitiert das Blatt Spitzenkandidat Uwe Barth.

(das)
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