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FDP Neuss macht ihre Geschäftsstelle dicht

Liberale in Neuss : FDP macht ihre Geschäftsstelle dicht

Die Liberalen in Neuss sind auf der Suche nach neuen Räumen. An der Breite Straße sind sie ausgezogen. Aber die FDP bemüht sich weiter um eine neue Perspektive.

Die Kartons sind gepackt – und die FDP-Geschäftsstelle an der Breite Straße 67 in Neuss ist Geschichte. Laut Jana Pavlik, Stadtverordnete und stellvertretende Vorsitzende des FDP-Stadtverbands in Neuss, ist der Mietvertrag zum 30. Juni ausgelaufen. „Da wir keinen Fraktionsstatus mehr haben, fallen Zuschüsse von der Stadt weg. Und ohne die können wir uns den bisherigen Standort nicht mehr leisten“, sagt Pavlik. Schluss, Punkt, Aus. Innerhalb einer Woche sei die Geschäftsstelle aufgelöst worden, das heißt: Die Koffer wurden gepackt. In Kürze stehe noch die Übergabe an den Vermieter an.

Pavliks Botschaft: Die Auflösung der FDP-Geschäftsstelle ist noch eine Nachwehe der Ereignisse seit – mindestens – 2020. Nachdem die Liberalen da bei der Kommunalwahl vier von sechs Ratsmandaten eingebüßt hatten, wollten sie eigentlich zum politischen Neustart in der Quirinus-Stadt ansetzen. Dabei wurde deutlich, dass sich offenbar verschiedene Lager gebildet hatten, die wohl nicht mehr miteinander konnten. Auf Michael Fielenbach folgte 2021 schließlich Thomas Schommers als Stadtverbandsvorsitzender, doch ihm gelang es nicht, die nur noch zwei Köpfe zählende Stadtratsfraktion zu einen. Im Januar war das Auseinanderdriften dann nicht mehr aufzuhalten: Manfred Bodewig legte sein Amt als Fraktionsvorsitzender nieder und löste die Fraktion auf.

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Bodewig und Jana Pavlik nehmen seither als fraktionslose Stadtverordnete ihr Mandat wahr – kurzum: als Einzelkämpfer. „Die Partei ist die Partei und die Fraktion ist die Fraktion“, hatte Bodewig schon kurz nach der Wahl von Thomas Schommers zum Stadtverbandsvorsitzenden gesagt. Beiden gemein ist aber, dass sie in Neuss zunehmend auf Marginalisierungskurs sind. Der Riss, der schon vor 2020 durch die Partei ging, hat die FDP in Neuss merklich geschwächt.

Dass die Liberalen in der Quirinus-Stadt nun ohne Geschäftsstelle dastehen, engt den Handlungsspielraum – auch in digitalen Zeiten – weiter ein. Jana Pavlik macht daher auch kein Hehl daraus, dass die Suche nach neuen Räumen enorm wichtig sei. Durch das geschrumpfte Budget allerdings sei dies schwierig, vor allem, wenn die Räume wie angestrebt in der Stadtmitte liegen sollen. „Wir sondieren jetzt, was möglich ist“, sagt Pavlik. Auch der Vorstand soll in Kürze zusammenkommen. „Wir müssen die Situation intern aufarbeiten und die nächsten Schritte besprechen.“