Syrien: USA prüfen Berichte über möglichen Giftgasangriff

Syrien : USA prüfen Berichte über möglichen Giftgasangriff

Wurden abermals chemische Waffen im syrischen Bürgerkrieg eingesetzt? Und wenn ja von wem? Die USA verlangen Aufklärung.

Trotz der unter internationaler Kontrolle laufenden Vernichtung syrischer Chemiewaffen gibt es Berichte, die Regierung von Präsident Baschar al-Assad habe abermals verbotene Kampfstoffe eingesetzt. Die USAteilten mit, sie gingen entsprechenden Meldungen über einen Giftgaseinsatz im von den Aufständischen kontrollierten Ort Kafr Sita nach.

Die US-Regierung nehme die Anschuldigungen sehr ernst, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki am Montag. Derzeit werde versucht, in Zusammenarbeit mit den UNund der Organisation für das Verbot chemischer Waffen noch herauszufinden, was in Kafr Sita tatsächlich passiert sei. Wenn es zu einem Einsatz verbotener Kampfmittel gekommen sein sollte, handele es sich vermutlich um Chlorgas, fügte Psaki hinzu.

Am Sonntag hatte der französische Präsident François Hollande in einem Radiointerview erklärt, es gebe "etliche Elemente", die auf einen kürzlichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien hindeuteten. Klare Beweise habe er dafür allerdings nicht, schränkte er ein.

Das syrische Regime setzte am Montag den 3. Juni als Tag für die Präsidentenwahl fest. Die USA sprachen angesichts des andauernden Bürgerkrieges von einer Farce, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bekräftigte die Warnung vor einer Abstimmung unter solchen Umständen. Ein Oppositionsaktivist in der erbittert umkämpften Stadt Aleppo, Nasir al-Chaib, sagte:"Die einzigen Leute, die wählen werden, sind die, die für Assad sind."

Die libanesischen Streitkräfte brachten am Dienstag Hilfsgüter in ein abgeschnittenes Dorf nahe der syrischen Grenze gebracht. Der Ort Tfail liegt in einem Winkel an der Grenze, der an dreiSeiten von syrischem Gebiet umgeben ist.

Nach libanesischen Medienberichten wurde Tfail vergangene Woche von syrischen Regierungstruppen bombardiert. Nicht bekannt war, ob es dabei Opfer unter den 3000 libanesischen Einwohnern und 5000 syrischen Flüchtlingen gegeben hat.

Ein Militärsprecher sagte, die schiitische Hisbollah-Miliz blockiere immer wieder die einzige Zugangsstraße nach Tfail von Libanon aus. Mit Hisbollah-Vertretern und Geistlichen sei sicheres Geleit für einen Konvoi mit Lebensmitteln und Benzin vereinbart worden.

Hier geht es zur Infostrecke: Der chemische Kampfstoff Sarin

(ap)