Baschar al-Assad: USA werfen Syrien Einsatz von Chemikalien vor

Genauere Untersuchung gefordert : USA werfen Syrien Einsatz von Chemikalien vor

Syrien soll erneut Giftstoffe gegen Rebellen eingesetzt haben. Die USA verfügen über Hinweise, dass Chlorgas in einem Dorf eingesetzt wurde, das von der Opposition kontrolliert wird.

Die USA werfen dem Regime in Syrien erneut den Einsatz giftiger Chemikalien im Bürgerkrieg vor. Es handele sich vermutlich um Chlorgas, das diesen Monat gegen das von der Opposition kontrollierte Dorf Kafr Zita eingesetzt worden sei, sagte Jen Psaki, Sprecherin im Washingtoner Außenministerium am Montag. "Wir haben Hinweise über den Einsatz giftiger Industriechemikalien... ", sagte sie und forderte eine Untersuchung zur genauen Klärung. Psaki sprach allerdings nicht ausdrücklich von einem Chemiewaffen- oder Giftgaseinsatz.

Zugleich ging Psaki mit scharfen Worten auf die für Juni angekündigten Wahlen des Regimes des syrischen Herrschers Baschar al-Assad ein. Es handele sich nicht um eine echte Abstimmung. Es handele sich um eine "Parodie von Demokratie". "Das hat keine Glaubwürdigkeit." Auch die Vereinten Nationen in New York kritisierten das geplante Votum.

Psaki sagte, es müsse geprüft werden, um welchen Giftstoff es sich bei dem Vorfall in Syrien genau handele. Aber es sei offenbar eine Chemikalie, die nicht an der Spitze der Liste der OPCW-Kontrolleure stehe, fügte sie hinzu.

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hatte erst jüngst bekanntgegeben, dass etwa 80 Prozent der syrischen Chemiewaffen abtransportiert oder vernichtet worden seien. Möglicherweise könne die Operation in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.

Syrien hatte im vergangenen Jahr unter internationalem Druck der Zerstörung seines Chemiewaffenarsenals zugestimmt. Die USA hatten mit einem Militärschlag gedroht, nachdem bei einem Giftgasangriff in Damaskus Hunderte Menschen getötet worden waren.

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(dpa)