Baschar al-Assad: Wieder Einsatz von Chemiewaffen in Syrien

Syrien-Konflikt : Assads Truppen setzen erneut Giftgas ein

Die syrischen Regierungstruppen sollen im Kampf gegen die Rebellen erneut chemische Kampfstoffe eingesetzt haben, dies berichten Oppositionsmedien unter Berufung auf Ärzte in der Kleinstadt Adra bei Damaskus.

Den Angaben zufolge starben vier Kämpfer der Brigade "Armee des Islam". 20 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Die Regierungstruppen sollen das Giftgas in einen Tunnel eingeleitet haben, in dem sich die Rebellen verschanzt hatten. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite gab es für den Vorfall zunächst nicht.

Zerstörung der Chemiewaffen zieht sich hin

Präsident Baschar al-Assad hatte im vergangenen September der Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen zugestimmt, nachdem ein Team der Vereinten Nationen den Einsatz von Giftgas im Umland von Damaskus nachgewiesen hatte. Bisher wurde allerdings nur ein kleiner Teil der chemischen Kampfstoffe zerstört sowie alle Produktionsstätten für Giftgas.

Daher wird sich die Kontrollbehörde für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Mittwoch mit der stockenden Vernichtung des syrischen Waffen-Arsenals befassen. Der Exekutivrat der OPCW, der von Dienstag bis Freitag in Den Haag zusammenkommt, soll über eine neue Frist beraten, bis zu der Syrien seine gefährlichsten Kampfstoffe außer Landes schaffen muss. Die ursprünglich vom UN-Sicherheitsrat gesetzte Frist am 5. Februar hatte das Land nicht eingehalten.

Ban Ki Moon setzt auf weitere Gespräche

Trotz der anhaltenden Unruhen in Syrien setzt sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für eine dritte Gesprächsrunde zwischen den syrischen Konfliktparteien ein. "Die einzige Lösung zur Beendigung des Konflikts ist durch Verhandlungen", sagte Ban am Montag in Genf. Die UNO sei entschlossen, die syrische Regierung und die Opposition "baldmöglichst" wieder an den Verhandlungstisch in Genf zu bringen. Die zweite Gesprächsrunde war am 15. Februar - ebenso wie die vorherige Runde Ende Januar - ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

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(dpa)