Kommentar zur Rolle von Frauen in der katholischen Kirche: Eine Frage der Macht

Kommentar zur Protestbewegung „Maria 2.0“ : Eine Frage der Macht

Der bundesweite, öffentliche Kirchenstreik der katholischen Frauen gegen Diskriminierung in der Kirche hat eine neue Dimension, findet unser Autor. Die Kirche aber spielt mal wieder auf Zeit.

Ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass Papst Johannes Paul II. mit seinem apostolischen Schreiben über die Priesterweihe versuchte, dem Gerede um die Ordination von Frauen ein Ende zu bereiten. Das hat ziemlich lange gehalten.Doch mit der zunehmenden Frustration über den lähmenden Stillstand in der Kirche und die anhaltende Diskriminierung werden die Stimmen wieder lauter.

Der bundesweite, öffentliche Kirchenstreik der Frauen mit ihrer Aktion „Maria 2.0“ hat eine neue Dimension: Zwar ersetzen die Proteste keine Worte, auch sind sie noch keine besseren Argumente. Ohnehin wurde theologisch schon alles ausgetauscht. Aber die neuen Aktionen machen die Ausgrenzung in der Kirche zumindest anschaulich. Die Frage nach einer Weihe von Frauen entpuppt sich immer mehr als eine reine Frage der Macht.

Die Kirche spielt auch dabei wieder auf Zeit, die sie im Grunde nicht mehr hat. Von einer Teilhabe aller Getauften am Priestertum ist in einem Petrusbrief zu lesen. Es ist an der Zeit, dass auch alle Getauften sich ermächtigt fühlen dürfen, Petrus beim Wort zu nehmen.

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