Schwertlilie und Vogelkirsche ausgezeichnet: Loki Schmidt kürt Blume des Jahres 2010

Schwertlilie und Vogelkirsche ausgezeichnet : Loki Schmidt kürt Blume des Jahres 2010

Hamburg (RPO). Alljährlich werden Blume und Baum des Jahres gekürt. Für 2010 heißen die Preisträger Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) und Vogel-Kirsche. Das gaben Loki Schmidts Stiftung für Naturschutz in Hamburg und die Stiftung Menschen für Bäume in Berlin bekannt.

Sibirische Schwertlilie Die Pflanze gilt laut Stiftung als gefährdet, weil ihre vor allem die Entwässerung von Feuchtgebieten den Lebensraum nimmt.

Die Aufnahme zeigt eine Vogelkirsche mit herbstlich gefärbten Blättern. Foto: Prof. Dr. Roloff, ddp

Laut Mitteilung der Stiftung handelt es sich bei der Blume um eine gefährdete Pflanzenart, die feuchte Streuwiesen und Niedermoore sowie Teichufer, Flutmulden oder Gräben liebt. Auch bei Hobbygärtnern ist die Pflanze beliebt.

In der freien Wildbahn gelten Bestände am Oberrhein als westliche Verbreitungsgrenze. Verbreitet ist sie laut Stiftung etwa im Osten von Niedersachsen (Wendland, Hannover bis zum Nordharz), in Baden-Württemberg (westlich und östlich am Bodensee), in Sachsen oder in Mecklenburg-Vorpommern (Greifswald).

Der bundesweite Rückgang beruht auf Flächentrockenlegungen und Aufgabe der extensiven Nutzung, insbesondere dem Verzicht auf eine späte Mahd im Jahr.

Vogel-Kirsche Die Vogel-Kirsche ist der Baum des Jahres 2010. Die "Mutter aller Süßkirschen" kann bis zu 30 Meter hoch und maximal 150 Jahre alt werden, wie die Stiftung Menschen für Bäume am Donnerstag in Berlin mitteilte. Ausgewählt wurde die Vogel-Kirsche, weil sie ein Multitalent ist: Im Frühjahr strahlt sie als "schneeweiße Blütenkönigin" durchs Land, im Sommer liefert sie Früchte und im Herbst leuchtet das Laub orange bis feuerrot. Baum des Jahres 2009 war der Berg-Ahorn.

Mit bis zu einer Million Blüten ist eine ausgewachsene Vogel-Kirsche eine der wichtigsten Nektarquellen für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Von Süßkirschen sind die Bäume schwer zu unterscheiden. Ihre Früchte sind aber im Gegensatz zur Kulturform nur etwa einen Zentimeter dick.

Der Baum mit dem lateinischen Namen Prunus avium hat wenig Ansprüche an Nährstoffe und Feuchtigkeit. Er kann deshalb auch als sogenannter Pionierbaum auf Schuttflächen wachsen. Im Obstbau spielt die Vogel-Kirsche als Unterlage eine Rolle: Auf sie werden besonders blühwillige Zweige der Süßkirsche gepfropft.

"Wenn Menschen mehr auf die Kirschbäume in der Landschaft achten, erleben sie die Jahreszeiten intensiver und noch schöner", erklärte der Präsident der Stiftung Menschen für Bäume, Silvius Wodarz, und meinte: "Zeit, einen Kirschbaum zu pflanzen!"

(AP/pst)
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