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Hückeswagen: Grüne wandern auf dem Weg der Bäume

Hückeswagen : Auf dem Weg der prämierten Bäume

Die Hückeswagener Grünen spenden der Schloss-Stadt seit zehn Jahren den jeweiligen Baum des Jahres. Im Rahmen der Bergischen Wanderwoche hatte die Partei nun eine kurzweilige Tour organisiert.

Eigentlich hätte die Wanderung schon vor ein paar Jahren stattfinden sollen. Aber manchmal kommt es vor, dass von der ersten Idee bis zur Umsetzung eine Weile vergeht. Und als dann noch die Corona-Pandemie dazwischenkommt, so dass die Bergische Wanderwoche mehrmals verschoben werden musste, mussten die Hückeswagener Grünen mit ihren Plänen für eine Wanderung nochmal zurückstecken.

Am Freitagnachmittag war es endlich soweit. Rund 15 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am Wanderparkplatz an der Wupper-Vorsperre eingefunden, um zusammen mit Wanderführerin (und stellvertretenden Bürgermeisterin) Heike Mühlinghaus die rund acht Kilometer lange Tour zu acht der bislang zehn gepflanzten Bäumen des Jahres zu gehen.

Die Stimmung war gut, das Wetter ebenfalls – und der Weg zum ersten Haltepunkt nicht weit. Der ist nämlich ebenfalls am Wanderparkplatz – dort steht der Feld-Ahorn, der 2015 gepflanzt wurde. „Damals waren die Kinder vom Kindergarten im Johannesstift mit dabei – und es war damals extrem matschig auf dem Parkplatz“, sagte Shirley Finster, Grünen-Ortsvorsitzende, die ebenso mit dabei war, wie der Fraktionsvorsitzende Egbert Sabelek. Ursprünglich habe man alle zehn Bäume besuchen wollen, erklärte Heike Mühlinghaus. „Aber diese Tour hätte mit Imbiss zum Schluss um die vier Stunden gedauert – das erschien uns dann für einen Freitagnachmittag als zu lange.“ Also habe man sich dazu entschieden, die Winter-Linde (Baum des Jahres 2016, Standort: Am Dierl) und die Trauben-Eiche (Baum des Jahres 2014, Standort: Spielplatz an der Jung-Stilling-Straße in Kleineichen) wegzulassen. Bei jedem der übrigen acht Bäume – der elfte wird erst im November eingepflanzt (siehe den Infokasten) – erzählten die Grünen-Mitglieder ein paar Anekdoten zu den Bäumen und zur Pflanzaktion.

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„Die Idee war ja ursprünglich, den Kindern in der Stadt die Natur ein bisschen nahezubringen“, sagt Shirley Finster. Die Bäume des Jahres würden grundsätzlich der Stadt geschenkt, die jeweiligen Standorte würden in Absprache mit der Stadtverwaltung abgesprochen. „Wir suchen uns dann einen Kindergarten oder die Grundschule aus, die sich in der Nähe des Standorts befindet, und pflanzen den Baum dann gemeinsam ein.“ Unterstützung gebe es dabei durch Mitarbeiter des Bauhofs.

Dabei sei man auch nicht immer vor Fehlern gefeit – da man zwar als Grüne ökologisch interessiert sei, aber eben auch keine Botaniker. So berichtet Sabelek in den Wupperauen, einer weiteren Station auf der knapp zweistündigen Wanderung, von dem ersten gepflanzten Baum des Jahres, der Elsbeere. „Der Baum wurde 2011 eingepflanzt, mit dabei waren Schülerinnen und Schüler aus der Erich-Kästner-Schule“, sagt Sabelek. Was keiner der Beteiligten gewusst habe – der Baum der eingepflanzt worden sei, sei gar keine Elsbeere gewesen. Auch wenn er durchaus Beeren getragen habe. „Es handelte sich vielmehr um eine Eberesche. 2013 kam der erste Verdacht auf, dass da etwas nicht stimmen könnte, die Gewissheit hatten wir dann ein Jahr später“, sagt Sabelek. Und so sei die echte Elsbeere – deren Beeren übrigens sehr gut als Marmelade oder Schnaps schmecken würden – dann erst 2015, zusammen mit dem Feld-Ahorn am Wanderparkplatz, gepflanzt worden.

Solcherlei Informationen und Anekdoten, die auch an den weiteren Haltepunkten vermittelt werden – die Flatter-Ulme (Baum des Jahres 2019, Standort: Friedhof Am Kamp), der Wildapfel (Baum des Jahres 2013, Standort: Stadtpark), die Europäische Lärche (Baum des Jahres 2012, Standort: Ruhmeshalle), Esskastanie (Baum des Jahres 2018, Standort: Spielplatz Ewald-Gnau-Straße), Fichte (Baum des Jahres 2017, Standort: Blumenstraße) und Robinie (Baum des Jahres 2020, Standort: Schnabelsmühle) – machen diese kurzweilige Wanderung zu einer absolut runden und abwechslungsreichen Sache.