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Meerbusch: Eine Winterlinde für Enkel Felix im Bürgerwäldchen

Umwelt in Meerbusch : Eine Winterlinde für Felix

Im Bürgerwäldchen am Hülsenbusch wurden 31 neue Bäume gepflanzt. Bei den Baumspenden der Bürger waren Winterlinden beliebt. Sie werden alt und bieten Bienen wertvollen Nektar.

Der kleine Felix versteht noch nicht, was für ein besonderes  Geschenk ihm seine Großeltern zur Geburt gemacht haben. Seine Eltern Leonie und Fabian Bender sind aber begeistert. Im Bürgerwäldchen am Hülsenbusch haben die Großeltern für ihn einen Baum pflanzen lassen. „Das machen sie für alle ihre Enkel. Felix ist jetzt der Vierte“, erzählt seine Mutter. „Wir haben eine Winterlinde für ihn ausgewählt, weil er im Winter geboren wurde.“ Die Familienmitglieder sind alteingesessene Büdericher und ihrer Heimat sehr verbunden. Häufig gehen sie am Hülsenbusch spazieren und haben nun noch einen Grund mehr dazu. „Jetzt werden wir immer schauen, wie es dem Baum geht und ihn Felix zeigen. Mal sehen, wer von den beiden schneller wächst“, sagt Leonie Bender mit einem Lachen.

Felix’ Winterlinde ist eins von 31 Bäumchen, die neu am Hülsenbusch gepflanzt wurden. Zwei bis drei Pflanzaktionen  sollen dort in den nächsten Jahren noch nachfolgen. „Irgendwann soll hier mal ein Wald aus den Bäumen entstehen“, so Dana Frey, Leiterin der Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz. Fünf Bürgerwäldchen gibt es in Meerbusch schon. Seit der ersten Pflanzung im Jahr 1998 am alten Lanker Wasserwerk wurden 1336 Bäume gepflanzt. Dort ist die größte Anlage ihrer Art in Meerbusch. Auch am Böhler-Radweg sei ein Bürgerwäldchen geplant und die Stadt sei schon auf der Suche nach neuen passenden Orten, sagt Frey.

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Gründe für eine Baumspende gibt es viele. Einige möchten das Bäumchen als Andenken an eine geliebte Person. Für andere ist es ein Geschenk zur Einschulung, zum Geburtstag oder auch zum Hochzeitstag. Andere möchten den Klimaschutz oder die Erhaltung der Grünflächen der Stadt unterstützen. Eine Spenderin möchte mit der Pflanzung eine Flugreise kompensieren. Manchmal gebe es auch recht kuriose Anlässe für die Spenden, erzählt Frey, wie zum Beispiel ein Hund, der zum ersten Mal Vater geworden ist. Besonders schön sei es aber, wenn die Menschen sich mit den Bäumchen bei ihrer Heimat bedanken und zeigen, dass sie gerne hier wohnen.

Der Baum von Tanja Pierling ist ein Geburtstagsgeschenk. „Es ist schön, etwas für das Klima zu tun“, sagt sie. Es sei ideal, dass der Baum direkt am Weg stehe. „Die Stadt pflegt die Bäume zwar erst mal. Aber so können wir selber schauen, ob er genug Wasser hat.“ Die letzte Spende war das für Pierling nicht. Zum 25. Hochzeitstag möchte sie entweder noch einen Baum oder eine Bank am Bürgerwäldchen spenden.  

Christa Tenhaaf möchte ihren Neffen mit  den gespendeten Bäumen  Wurzeln schenken, einen Ort zu dem man immer gehen kann. „Das ist etwas Beständiges. Wir haben zwar einen Garten, aber dort pflanzt man keinen Baum für die Ewigkeit an. Denn wenn das Haus verkauft wird, ist auch der Baum verloren.“ Neffe Janluca wäre bisher nie auf die Idee gekommen, einen eigenen Baum haben zu wollen. „Aber das ist cool. Noch wohne ich zu Hause, aber die Vorstellung, etwas Bleibendes in der Heimat zu haben, wenn ich weggehe, ist toll“, findet er.

Auch  Tenhaaf hat sich, wie viele andere, für die Winterlinde entschieden. „Sie wird sehr alt und ist bienenfreundlich. Das war ausschlaggebend.“ Die Beschäftigung mit der Botanik ist ein kleiner, aber interessanter Nebeneffekt der Baumspende, findet Bender. „Ich habe erst einmal gegoogelt wo und wie der Baum am besten wächst und einiges dazugelernt.“