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Maskenpflicht in NRW: So war der erste Tag - Corona-Krise

Corona-Krise : So lief der erste Tag mit Maskenpflicht in unserer Region

In NRW haben seit Montag viele größere Geschäfte wieder geöffnet, wenn auch mit verkleinerter Fläche. Zudem gilt die Maskenpflicht in Läden sowie im Nahverkehr. Eine Bilanz des ersten Tages.

Die Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen ist am Montag ohne größere Probleme angelaufen. In der Duisburger Innenstadt waren deutlich mehr Passanten mit Mund-Nasen-Schutz unterwegs als noch vor wenigen Tagen. Bei den großen Geschäften, die zum ersten Mal seit Wochen wieder öffnen durften, sofern sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen konnten, lief am Morgen dagegen noch nicht alles rund. Die Mitarbeiter waren sichtlich bemüht, die neuen Regeln zu befolgen und umzusetzen, brauchen wohl aber noch ein bis zwei Tage, bis alles funktioniert. Grundsätzlich, so der Eindruck, achteten alle Händler sehr genau auf die Umsetzung der Hygienevorschriften. Trotz der teilweisen Flächenbeschränkungen wollten sie ihr gesamtes Sortiment anbieten. Bei Karstadt Kaufhof und Saturn etwa können Kunden an neueingerichteten Schaltern Produkte bestellen, die dann von Mitarbeitern aus den abgesperrten Bereichen geholt werden.

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Auch in Düsseldorf waren Verstöße gegen die Maskenpflicht bei großen und kleinen Händlern die Ausnahme. Und auch für diesen Fall hatten sich manche Geschäfte vorbereitet: Der Steiff-Laden im Kö-Center hielt Einmal-Masken für Kunden bereit. „Wir wollen ja niemanden abweisen müssen“, sagte Verkäuferin Gisela Caffarena. Zahlreiche Geschäfte boten bei der Wiedereröffnung nach mehreren Wochen einen ungewohnten Anblick: Das Breuninger am Schadowplatz öffnete nur die Bereiche Parfümerie und Premium Assessors. Wer andere Produkte suchte, musste sich an das Personal wenden. „Bummeln und Schauen ist nur eingeschränkt möglich“, sagten die Standortleiter Andreas Rebbelmund und David Leer. „Wer jedoch weiß, was er sucht, bekommt es.“ Um die zulässige Kundenzahl – eine Person pro zehn Quadratmeter, inklusive Personal – nicht zu überschreiten, zählen Security-Mitarbeiter an den Eingängen die Kunden. Am Eingang standen Desinfektionsmittel bereit, die Kassen waren mit einem Spuckschutz ausgestattet. Bei Karstadt Kaufhof wurde das Erdgeschoss umdekoriert, um Elemente aus verschiedenen Abteilungen auf der kleinen, zur Verfügung stehenden Fläche zu präsentieren.

Auch in Wermelskirchen kamen Kunden der Maskenpflicht nach. Zwar seien viele Kunden genervt gewesen, berichteten die Einzelhändler, hätten sich aber an die Vorgaben gehalten. Selbst kleine Kinder trugen im Spielwarengeschäft einen bunten Mund-Nasen-Schutz. In der Buchhandlung van Wahden gibt es bereits eine Warteliste für Kindermasken. Nicht zuletzt, weil viele Kinder im Offenen Ganztag jeden Tag drei saubere Masken mitbringen müssen. In den Apotheken stieg die Nachfrage nach Visieren als Alternative zu Masken.

In Ratingen verlief der Start der Maskenpflicht ohne besondere Vorkommnisse. „Die Kunden tragen zum überwiegenden Teil Einweg-Masken, zum Teil auch selbstgenähte Masken oder sogar FFP2-Masken“, sagte Detlef Mayer, Geschäftsführer des Dema-Schuhgeschäfts. Teilweise müsse jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Maske auch die Nase bedecken müsse. In den Boutiquen „Puls“ und „Modeliebe“ stellt Betreiber Ralf Wilker kostenlose Masken für seine Kunden bereit. Es sei aber ein „deutlicher Rückgang“ der Kundenfrequenz zu spüren.

In Emmerich und Rees waren am Montag auch überall Masken zu sehen – ob im Supermarkt, Getränkehandel, beim Arzt oder in der Apotheke. Viele behielten die Maske auf dem Weg durch die Innenstadt gleich an. Sogar vereinzelte Radfahrer mit Maske waren zu sehen. Nur vereinzelt nutzen Menschen einen dünnen Schal zum Schutz. Auch bei der Einhaltung des vorgeschriebenen Mindestabstands gab es keine Probleme.

In Mönchengladbach wurden bei Saturn im Einkaufszentrum Minto Jugendgruppen, die etwa an den iPhone-Tischen bummeln, abgewiesen. Außerdem wurde strikt auf die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet. Um die Maximalzahl von Kunden zu regeln, bekam jeder ein desinfiziertes Körbchen. Die Kundenfrequenz sei jedoch zurückgegangen, sagte Filialleiter Eduard Felzen. „Ich glaube, dass die Maskenpflicht die Leute zurückhält.“

In Viersen trugen alle Kunden Masken. „Eine Frau hatte die Maske im Laden heruntergezogen – da haben wir sie schnell darauf hingewiesen, dass sie die Maske tragen muss“, sagte Silke Hesserle vom Spielwarengeschäft Seidel. Lediglich zwei Kunden kamen ohne Maske zum Expert-Markt, ihnen wurde mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgeholfen.

Auch in der Neusser Innenstadt waren nur wenige Kunden ohne Masken unterwegs. Wer keine hatte, konnte in den meisten Läden eine kaufen. Im Modehaus Heinemann gab es Masken gegen eine Spende. Obwohl das Geschäft nach Wochen wieder öffnen durfte, sprach Geschäftsführer Jochen Niehoff von einer „Katastrophe“, da nur ein Viertel der Verkaufsfläche für Kunden zugänglich sei. So war nur ein Teil der Damenmode im Angebot, Herren- und Kindermode gab es nicht zu kaufen.

Die Hildener Innenstadt war bereits am Montagvormittag deutlich voller als vergangene Woche. Viele Menschen gingen bei gutem Wetter in die zusätzlich geöffneten Geschäfte. Saturn gab nur den breiten Mittelgang sowie ein paar kleinere Seitengänge frei. In der Mitte standen Mitarbeiter, die bei Bedarf Ware aus den Regalen holten. Doch nicht alle Geschäfte waren wieder offen: Peek & Cloppenburg, H&M oder C&A etwa wollen erst am Mittwoch wieder aufmachen.

In Langenfeld öffneten vier der fünf bislang geschlossenen Läden, deren eigentliche Verkaufsfläche größer als 800 Quadratmeter ist. Nur die C&A-Filiale in der Stadtgalerie blieb am Montag geschlossen. Die 80 erlaubten Kunden bei H&M waren zur Mittagszeit längst nicht erreicht, auch bei Kult und Kik bildeten sich keine Warteschlangen.

In Kempen war es in der City für einen Montag vergleichsweise ruhig. Die Kunden hatten nach Bekanntwerden der Maskenpflicht am Freitag bereits viele Einkäufe erledigt. Das Ordnungsamt war in der Stadt unterwegs, will in den ersten Tagen aber nur ermahnen, wenn die Maskenpflicht nicht eingehalten wird.

Das Modehaus Braun in Moers verkleinerte seine Verkaufsfläche von mehr als 1800 auf 800 Quadratmeter. Die Seiteneingänge waren verschlossen und nur die beiden Haupteingänge am Neumarkt geöffnet. Dort wurden Kunden mit Hinweisschildern auf Verhaltens- und Hygienemaßnahmen hingewiesen. Um die Anzahl der Menschen, die sich gleichzeitig im Geschäft aufhalten, zu kontrollieren, wurden Einlassmarken ausgegeben, die beim Verlassen des Geschäfts wieder abgegeben werden mussten. Zudem gab es Desinfektionsmittel an den Eingängen.

In Leverkusen verhielten sich die Kunden „sehr umsichtig und verständnisvoll“, sagte Kathrin Schubert, Managerin der Rathaus-Galerie. „Die meisten Kunden kaufen zügig und zielorientiert ein.“ Bei Woolworth in der Fußgänger-Zone herrschte Einkaufskorbpflicht für alle Kunden, Eingang und Ausgang wurden getrennt. Viele Läden baten ihre Kunden zudem darum, mit der EC-Karte zu bezahlen. Der Modeladen Takko hatte eine weitere Bitte: Nur die Ware zu berühren, für die man sich auch interessiert.

(RP/mba)