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Video zeigt Misshandlung von getötetem schwarzen Jugendlichen

Großes Entsetzen in den USA : Video zeigt Misshandlung von getötetem schwarzen Jugendlichen

Erneut sorgt ein Video eines weiteren Tötungsdelikts in den USA an einem Jugendlichen für Aufsehen. Ende Mai wurde Cornelius Fredericks in einer psychiatrischen Anstalt von sieben Mitarbeitern zu Boden gedrückt. Er starb an den Folgen.

Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie mindestens sieben Mitarbeiter der psychiatrischen Anstalt Lakeside Academy in Kalamazoo im US-Staat Michigan die Arme und Beine des 16-jährigen Cornelius Fredericks festhalten und auf ihm sitzen. Das Video wurde am Dienstag von dem Anwalt und Nachlassverwalter des Teenagers, Geoffrey Fieger, veröffentlicht.

Fredericks war laut dem Video am 29. April zu Boden gestoßen worden, weil er ein Sandwich in der Cafeteria geworfen hatte. Etwa ein Dutzend andere Teenager sind in dem Video in der Cafeteria sitzend zu sehen.

In einer Zivilklage des Anwalts vom Juni heißt es, der Junge habe „Ich kann nicht atmen“ geschrien, als er festgehalten wurde. Dem Video zufolge scheint es sich um etwa zwölf Minuten gehandelt zu haben, während der die Mitarbeiter der Einrichtung auch auf der Brust und dem Bauch des Jungen saßen. Gegen Ende des Videos erscheint der Junge kraftlos und fällt zurück, als die Männer versuchen, ihn aufzusetzen. Andere schreiten ein und beginnen mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Fredericks erlitt einen Herzstillstand, kam ins Krankenhaus und starb zwei Tage später. Sein Tod wurde als Tötungsdelikt bewertet. Der Arzt, der die Autopsie durchführte, sagte, Fredericks sei erstickt.

Zwei Pfleger und eine Pflegerin wurden in der Folge entlassen und der fahrlässigen Tötung sowie des Kindesmissbrauchs angeklagt. Anwalt Fieger rief die Behörden auf, auch andere anzuklagen. „Wie Sie in dem Video sehen können, sind weit mehr als zwei Personen daran beteiligt, ihn zu ersticken“, sagte Fieger. Sein Büro habe einen gerichtsmedizinischen Prüfer engagiert, um das Videomaterial zu untersuchen, von dem Teile fehlen sollen. „Es springt und dann sind Leute, die eine Sekunde zuvor in der Szene waren, plötzlich nicht mehr da.“

(mja/dpa)