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Super-Zyklon "Amphan" zieht in Richtung Indien und Bangladesch

Super-Zyklon „Amphan“ : Heftiger Wirbelsturm nähert sich Indien und Bangladesch

Meteorologen stufen den vor der Küste Indiens und Bangladeschs herannahenden Wirbelsturm „Amphan“ als Super-Zyklon ein und warnen vor Flutwellen und Überschwemmungen. Millionen Menschen sind gefährdet.

Ein starker Wirbelsturm ist am Dienstag auf die Küste von Indien und Bangladesch zugesteuert. Die Behörden waren bemüht, Millionen Bewohner unter Wahrung der Corona-Abstandsregelungen in Sicherheit zu bringen. Es wird erwartet, dass Zyklon „Amphan“ am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Land treffen wird. Meteorologen warnten vor schweren Schäden durch starken Wind, heftigen Regen, Flutwellen und Überschwemmungen in Großstädten wie Kolkata.

Es sei der zweite Super-Zyklon, der sich über dem Golf von Bengalen bilde, sagte Mrutyunjay Mohapatra, der Chef-Meteorologe Indiens. Der erste dieser Einstufung war ein Wirbelsturm in der Region Odisha, durch den 1999 fast 10.000 Menschen ums Leben kamen. „Diese Art Zyklon kann verheerend sein“, sagte er.

„Amphan“ hatte am Dienstag Windgeschwindigkeiten von 220 bis 230 Kilometer pro Stunde. Der Wind wehte auch noch 700 Kilometer vom Zentrum entfernt. Es wird erwartet, dass der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von 165 bis 175 Kilometern pro Stunde zwischen der indischen Stadt Digha und der bangladeschischen Insel Hatiya hindurchziehen wird.

Mohapatra warnte, dass der Sturm in Westbengalen Häuser beschädigen und Bäume und Strommasten umwerfen könnte. Im dicht besiedelten Kolkata könne es zu Überschwemmungen kommen, und im Gangesdelta würden die Flussstände ansteigen, prognostiziere er. „Evakuierungen sind notwendig“, erklärte er und verwies darauf, dass sich Flutwellen entlang der vielen Flüsse im Delta 25 Kilometer weit ins Binnenland bewegen könnten. Fischerboote und Schiffe in der Bucht von Bengalen wurden aufgefordert, bis auf weiteres Schutz zu suchen.

Die meteorologische Behörde Bangladeschs teilte mit, der Wirbelsturm könne zu Überschwemmungen in großen Teilen des Südwestens und Westens des Landes führen. Enamur Rahman, ein für Katastrophenmanagement zuständiger ranghoher Mitarbeiter der bangladeschischen Regierung, sagte, er habe angeordnet, fünf Millionen Menschen in Sicherheit zu bringen.

Das Auge des Zyklons dürfte den Prognosen zufolge auch die Sunderban-Mangrovenwälder passieren, die zu den weltweit größten derartigen Wäldern zählen. Sie könnten voraussichtlich einen Teil der Wucht des Zyklons aufnehmen, erklärten Behördenvertreter.

(mkoe/dpa)