New Mexico: Verwahrloste Kinder angeblich für Schulmassaker trainiert

Fall in New Mexico: Verwahrloste Kinder angeblich für Schulmassaker trainiert

Elf verwahrloste Kinder auf eingezäuntem Gelände in New Mexico gefunden

Im Fall der elf verwahrlosten Kinder in einem Wüstenlager in New Mexico gibt es neue Vorwürfe. Angeblich wurden sie an Waffen trainiert, um ein Schulmassaker zu verüben.

Nach der Rettung von elf verwahrlosten Kinder aus einem Lager in der Wüste im US-Staat New Mexico sind schwere Vorwürfe gegen einen der festgenommenen Erwachsenen laut geworden: Der Vater habe den Minderjährigen in dem Camp ein Waffentraining gegeben, hieß es in Gerichtsakten der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch (Ortszeit). Demnach ließ der Verdächtige die Kinder mit Sturmgewehren üben - mit dem Ziel, dass sie später Blutbäder in Schulen anrichten sollten.

Von dem Mann sei daher nicht nur eine große Bedrohung für die Kinder ausgegangen, sondern auch eine Gefahr für die breite Öffentlichkeit, schrieb Staatsanwalt Timothy Hasson. Er beantragte eine Inhaftierung des Verdächtigen ohne Kautionsregelung. Die Verteidigung stellte die Vorwürfe indes infrage.

Die elf Kinder waren am Freitag bei einer Polizeirazzia in dem an der Grenze zu Colorado gelegenen Lager entdeckt worden. Ermittler zeigten sich erschüttert über die Zustände vor Ort: Es gab demnach kaum Essen in dem Camp, das nur aus einem im Boden verbuddelten Reisewohnwagen bestand. Sauberes Wasser, sanitäre Anlagen und Strom waren auch nicht vorhanden. Neben dem Verdächtigen wurden vier andere Erwachsene festgenommen. Ihnen wird Kindesmisshandlung vorgeworfen.

Am Schauplatz wurden später sterbliche Überreste gefunden. Gerichtsmediziner prüfen, ob sie zum vermissten Jungen des Vaters gehören, der im Camp das Waffentraining erteilt haben soll. Laut Gerichtsakten hatte die Mutter des schwer behinderten Kindes zuvor berichtet, dass der Vater einen Exorzismus an ihm habe praktizieren wollen, weil er geglaubt habe, es sei vom Teufel besessen. Später habe er ihr gesagt, dass er seinen Sohn mit in einen Park nehmen wolle, sei aber nie zurückgekehrt. Im Staat Georgia, dem Wohnort des Jungen, wird dem Mann Kindesentführung vorgeworfen.

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Am Mittwoch (Ortszeit) gab es eine erste Anhörung der festgenommenen Erwachsenen, bei der vor allem der Vorwurf der Kindesmisshandlung im Raum stand. Der Richter lehnte eine Freilassung gegen Kaution ab, bis auf weiteres bleiben die Verdächtigen in Haft. Die Anschuldigungen rund um das mutmaßliche Waffentraining thematisierte die Staatsanwaltschaft aber zunächst nicht.

Diese Vorwürfe erhob nach Behördenangaben eine Person, bei der eines der befreiten Kinder zuvor als Pflegekind gelebt hatte. Anwalt Aleks Kostich vom Büro der Pflichtverteidiger im Bezirk Taos County äußerte indes Zweifel an den Amokplänen. Die Staatsanwaltschaft habe kaum Informationen geliefert, die über die Behauptung hinausgingen.

Fragen warf zudem eine Mitteilung des für Taos County zuständigen Sheriffs Jerry Hogrefe auf, wonach die im Lager festgenommenen Erwachsenen als „Extremisten muslimischen Glaubens betrachtet“ würden. Näher darauf eingehen wollte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

(das/AP)