Keine Erlaubnis für Japan: Internationale Kommission hält an Walfangverbot fest

Keine Erlaubnis für Japan: Internationale Kommission hält an Walfangverbot fest

Japan stößt mit seiner Absicht, den Walfang wieder zu erlauben, auf Ablehnung. Die Internationale Walfangkommission stimmte mit deutlicher Mehrheit für das Walfangverbot. Viele Arten seien nach wie vor gefährdet.

Die von Japan vorgeschlagene Abschaffung des kommerziellen Walfangverbots ist bei einer Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Brasilien abgelehnt worden. 41 Mitglieder stimmten am Freitag für ein Fortbestehen des Verbots, 27 waren dagegen.

Die Kommission hatte das Walfangverbot in den 1980er Jahren eingeführt. Japan argumentierte, dass sich in der Zwischenzeit die Bestände erholt hätten, so dass es keinen Grund zu einem Fortbestehen des kommerziellen Walfangverbots gebe. Andere Kommissionsmitglieder teilen diese Ansicht nicht: Viele Walarten seien immer noch gefährdet und das Töten der Meeressäuger werde vermehrt als „inakzeptabel“ angesehen, sagten sie. Tokio hat bereits mehrfach versucht, eine Aufhebung des Verbots zu erwirken.

  • Folge des heißen Sommers : Tausende Spinnen bauen Riesen-Netze in Griechenland

Nach dem Ausgang der Wahl deutete Japan an, dass es seine Mitgliedschaft in der Kommission überdenken wolle. Es warf der IWC vor, eine „intolerante“ Organisation und „bloß ein Forum für Konfrontation“ geworden zu sein.

Japan hat eine jahrhundertealte Walfangtradition. In den vergangenen Jahren lag die Zahl der von Japan getöteten Wale bei 333, einem Drittel der ursprünglichen Zahl. Japan jagt die Wale nach eigener Darstellung für wissenschaftliche Zwecke. 2014 hatte der Internationale Gerichtshof entschieden, Japans Walfangprogramm sei im Kern nicht wissenschaftlich und müsse daher beendet werden. Tokio überarbeitete die Forschungszwecke und nahm die Jagd 2016 wieder auf. Bis heute ist das Wissenschaftsprogramm umstritten. Kritiker argumentieren, es sei nur ein Vorwand für kommerziellen Walfang, da das Walfleisch letztlich weiter als Nahrungsmittel verkauft wird.

(dpa/heif)