Tagung der Walfangkommission: Japan möchte Walfang wieder aufnehmen

Tagung der Walfangkommission: Japan möchte Walfang wieder aufnehmen

In Brasilien hat die Tagung der internationalen Walfangkommission begonnen. Bislang fängt Japan die Meerestiere offiziell nur aus wissenschaftlichen Gründen - nun möchte das Land einen kommerzielle Jagd auf Wale durchsetzen.

Im brasilianischen Florianópolis hat am Montag eine entscheidende Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) begonnen. Brasilien schlägt die Bildung eines Schutzgebietes für Wale im Südatlantik vor und setzt sich für den Umbau der IWC ein: Aus der Walfangkommission solle eine Walschutzkommission werden, sagte Umweltminister Edson Duarte bei seiner Eröffnungsansprache. „Whale-Watching“ sei die einzige nachhaltige Nutzung der Wale, heißt es in der von Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten vorgeschlagenen „Florianópolis-Deklaration“.

Japan dagegen will mit einer Aufhebung des seit 1986 gültigen Walfang-Moratoriums die nachhaltige Jagd der Meeressäugetiere durchsetzen. Das Land begründet die Initiative für einen kommerziellen Walfang damit, dass sich die Bestände der Tiere erholt hätten. Bislang ist der Walfang nur über rechtliche Schlupflöcher möglich: Japan jagt offiziell aus wissenschaftlichen Gründen, Norwegen und Island haben Einspruch gegen das Moratorium eingelegt und sind deshalb nicht an das Verbot gebunden.

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Die Vertreter der 88 teilnehmenden Staaten werden voraussichtlich erst gegen Ende der bis Freitag angesetzten Konferenz über die unterschiedlichen Entwürfe abstimmen. Am Wochenende wurden vor der Küste von Florianópolis laut Hafenbehörde knapp 300 Wale gesichtet. „Whale-Watching“, das Beobachten von Walen, ist eine wichtige Einnahmenquelle für Brasilien und Argentinien.

(ubg/dpa)
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