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Verteidigungsministerium greift ein: Ein Kampf gegen Wind und Feuer

Verteidigungsministerium greift ein : Ein Kampf gegen Wind und Feuer

Washington (RPO). Immer noch konnten die Waldbrände in Kalifornien nicht unter Kontrolle gebracht werden - die Feuerwehr ist hilflos. Grund dafür ist der starke Ostwind, so die Behörden. "Der Wind ist so stark, dass wir nicht versuchen, das Feuer zu löschen", sagte der Feuerwehrmann Jim Gelrud. "Wir versuchen nur, die Häuser zu retten."

Inzwischen wurde die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Kaliforniens eingeleitet. Von der Anordnung waren mehr als 900.000 Bewohner der Region zwischen Los Angeles und San Diego betroffen. Die Flammen haben schon über 1600 Quadratkilometer Wald- und Buschland zerstört. Ein Mensch kam bisher ums Leben, mindestens 45 wurden verletzt. Mehr als 1.600 Gebäude gingen in Flammen auf. Weitere 68.000 Häuser seien akut bedroht, sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

"An vielen Stellen müssen wir uns zurückziehen und das Feuer brennen lassen", sagte Kurt Winchester von der Forstbehörde in San Bernardino. "Es gibt nichts, was wir tun können." Feuerwehrchef Martin Holm versicherte, es werde alles getan, was möglich sei, ohne die Retter in Gefahr zu bringen. "Ein Leben ist viel mehr wert als ein Haus." Das hielt jedoch viele Hausbesitzer nicht davon ab, ihre Gebäude mit dem Gartenschlauch vor den Flammen zu schützen.

Eine Entspannung der Lage ist bislang nicht in Sicht, die Meteorologen sagen weiter steigende Temperaturen und anhaltenden Wind vorher. In den Bezirken Orange und San Diego wurden am Dienstag mehr als 37 Grad gemessen, der Santa-Ana-Wind erreichte in Böen Geschwindigkeiten von mehr als hundert Kilometern in der Stunde.

Das US-Verteidigungsministerium schickte Truppen und Feuerwehrausrüstung nach Kalifornien, um die Feuerwehr zu unterstützen. Unter anderem solle ein Dutzend Armee-Helikopter bei der Brandbekämpfung eingesetzt werden, teilte das Pentagon mit.

Diese Hubschrauber könnten Wasser oder Löschmittel transportieren, hieß es weiter. Zudem seien sechs Spezial-Löschflugzeuge der Nationalgarde von Stützpunkten in Colorado, Wyoming und North Carolina zum Stützpunkt Magu in Kalifornien geflogen worden.

Kalifornien habe rund 1500 Nationalgardisten aktiviert, die die Feuerwehrleute bei ihren Lösch- und Nothilfeeinsätzen unterstützen sollten, teilte das Pentagon weiter mit. 17.000 weitere Mitglieder der Nationalgarde stünden bereit. Zuvor waren bereits 550 Marine-Infanteristen am kalifornischen Stützpunkt Camp Pendleton in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Laut Pentagon stellte die Marine in der am schwersten von der Brandkatastrophe betroffenen Region San Diego an drei Stützpunkten Feldbetten für Menschen auf der Flucht vor den Flammen bereit. Der Bundesstaat erhalte zudem 10.000 weitere Betten für Notunterkünfte an anderen Orten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuer in Kalifornien: Jetzt muss die Nationalgarde helfen

(afp)