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Brände fressen sich nach Mexiko vor: Über eine halbe Million Kalifornier auf der Flucht

Brände fressen sich nach Mexiko vor : Über eine halbe Million Kalifornier auf der Flucht

Los Angeles/Chetumal (RPO). In Kalifornien sind immer mehr Menschen vor den schlimmsten Bränden seit Menschengedenken auf der Flucht. Allein im Landkreis San Diego wiesen die Behörden bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) mehr als ein halbe Million Menschen an, ihre Häuser zu verlassen. Inzwischen haben die Feuer Mexiko erreicht.

Etwa 512.000 Menschen hätten eine verbindliche Evakuierungsorder erhalten, 12.000 weiteren Einwohnern sei die Räumung angeraten worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Zuvor war von 300.000 Evakuierten in San Diego die Rede.

Zur Brandbekämpfung wurde verstärkt die Armee eingesetzt. Das Verteidigungministerium stellte etwa 550 Marineinfanteristen bereit, die auf dem kalifornischen Stützpunkt Camp Pendleton stationiert sind.

Etwa 23.000 Autos mit Menschen, die aus der nahe gelegenen Ortschaft Fallbrook flohen, wurden nach Armeeangaben über das Gelände des weitläufigen Stützpunkts in sicherere Gebiete geleitet. Noch im Laufe des Dienstags sollten mehrere Spezialflugzeuge der US-Luftwaffe zur Brandlöschung in Kalifornien eintreffen.

Mindestens 13 Brandherde wüten in dem Bundesstaat und zerstörten eine Fläche von mehr als tausend Quadratkilometern - das ist mehr als die Fläche Berlins. Die Rauchsäulen über den Brandgebieten waren so gewaltig, dass sie selbst aus dem Weltall zu sehen waren.

Verschärft wurde die Katastrophe durch ein Zusammenspiel klimatischer Phänomene: Ein als "Santa-Ana-Wind" bekannter Wüstenwind fegte mit Böen von bis zu 160 Stundenkilometern über das Land, das nach monatelanger Dürre ausgetrocknet ist. Der Wind fachte die Flammen weiter an. Buschland, Wälder und Siedlungen wurden leichte Beute.

Auch um den Prominenten-Wohnort Malibu loderten die Flammen weiter in den Himmel. Ganze Berghänge waren schwarz. Tausende Häuser mussten evakuiert werden, darunter laut "TMZ.com" auch die Drogenentzugsklinik Promises, bekannt durch die Aufenthalte der Sängerin Britney Spears und der Schauspielerin Lindsay Lohan. Der berühmte Küstenort mit seinen rund 12.000 Einwohnern zählt zu den teuersten Wohngegenden der USA.

Die Brände fraßen sich unterdessen von Kalifornien über die Grenze nach Mexiko in den Bundesstaat Baja California vor. Dort seien 20 bis 30 Hektar betroffen, teilte das Umweltministerium in Chetumal mit. Im Grenzgebiet herrschten Windgeschwindigkeiten um die 75 Stundenkilometer, die die Flammen immer wieder anfachten.

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(afp)