Boston Dynamics bringt hunde-ähnlichen Roboter auf den Markt

Boston Dynamics : US-Unternehmen bringt hundeähnlichen Roboter auf den Markt

Boston Dynamics zeigt den SpotMini

Bei YouTube begeistert und verstört Boston Dynamics mit Videos seiner Maschinen Millionen Zuschauer. Nun sollen die Geräte verkauft werden - zunächst als Wachhund.

Das US-Unternehmen Boston Dynamics bringt nach mehr als 25-jähriger Forschungsarbeit einen laufenden Roboter auf den Markt. Der hundeähnliche SpotMini werde ab dem kommenden Jahr zum Verkauf angeboten, sagte der Vorstandsvorsitzende Marc Raibert am Freitag. Zielgruppe sind zunächst Unternehmen, die den Roboter als eine Art Wachpersonal einsetzen wollen.

Andere Unternehmen würden wahrscheinlich ebenfalls Anwendungen für den Hunde-Roboter entwickeln, schließlich sei seine Plattform extra dafür gestaltet, erklärte Raibert auf der Konferenz TechCrunch auf dem Gelände der Universität von Kalifornien in Berekely. SpotMini bewegt sich mit Hilfe von Kameras vorn, an den Seiten und einer weiteren hinten - der „Po-Kamera“, wie Raibert sie nannte.

Zehn Exemplare gibt es bereits, rund 100 weitere sollen noch in diesem Jahr für zusätzliche Tests gebaut werden. Ein Preis für den Endkunden steht noch nicht fest. Der Firmenchef erklärte jedoch, der jüngste Prototyp habe in der Herstellung nur noch ein Zehntel der früheren Modelle gekostet.

Boston Dynamics wurde 1992 gegründet. Das Unternehmen stellt seine Pläne selten der Öffentlichkeit vor, außer in Videos auf der Plattform YouTube. Die dort präsentierten Aufnahmen begeistern und verstören die Zuschauer oft gleichermaßen. Eingesetzt wurden die Roboter meist beim Militär, bis Google Boston Dynamics 2013 kaufte. Der japanische Telekommunikationskonzern Softbank übernahm die Firma schließlich im vergangenen Jahr von Google.

Im Besitz von Google bot Boston Dynamics zwar nie einen kommerziellen Roboter an, Raibert erklärte jedoch, der frühere Eigentümer habe die entscheidenden Denkanstöße für die Entwicklung geliefert.

Der Vorstandschef präsentierte auf der Konferenz außerdem ein Video von Atlas, einem zweibeinigen Roboter, der Pakete sortieren und aufheben, auf Hindernisse springen, joggen und Salti schlagen kann. Noch wisse Boston Dynamics nicht, wie sich mit Atlas Geld verdienen lasse. „Diese Maschine versucht, die Grenze der Zukunft zu verschieben“, erklärte Raibert. Roboter könnten künftig bei Bauprojekten helfen. Näher ging er auf diese Einsatzmöglichkeit nicht ein.

(wer/dpa/AP)
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