Deutlicher Anstieg: Polizei in Brasilien tötete 2017 mehr als 5000 Menschen

Deutlicher Anstieg : Polizei in Brasilien tötete 2017 mehr als 5000 Menschen

Die Zahl der von der Polizei in Brasilien getöteten Personen ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gestiegen. Den 5012 Getöteten stehen 385 getötete Polizisten gegenüber.

Das sei ein Rückgang von 15 Prozent zu 2016, so eine vom Nachrichtenportal G1 am Donnerstag veröffentlichte Studie. Besonders im Norden und Nordosten Brasiliens habe die Polizeigewalt massiv zugenommen.

Die erhöhten Zahlen belegten, dass "Brasilien mit der Barbarei flirte", sagten die Verantwortlichen der Studie. Zwar verkaufe die Polizei die hohen Tötungszahlen gerne als Beweis für eine gestiegene Effizienz und für Fortschritte bei der Kriminalitätsbekämpfung, in Wahrheit zeige es jedoch den Kontrollverlust des Staates über die Polizei.

Im landesweiten Durchschnitt liegt die Rate bei 2,4 von der Polizei Getöteten pro 100.000 Einwohnern, wie die Studie von G1 und der Universität Sao Paulo (USP) ergab.

Der nordbrasilianische Teilstaat Amapa liegt demnach mit 8,3 Getöteten pro 100.000 Einwohnern an der Spitze. In Rio de Janeiro seien mit 1127 Menschen die meisten Personen getötet worden. Dort starben laut der Analyse zudem 119 Polizisten im Dienst.

Die Studie weist außerdem darauf hin, dass sich von den Sicherheitsbehörden veröffentlichte Daten oft widersprechen.

(csr/kna)