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Xanten: Komponist Gregor Linßen tritt mit seinem Chorprojekt in der Klosterkirche Mörmter auf

Xanten : Ein beeindruckendes Erlebnis

Mit seinem Chorprojekt sorgte der Komponist Gregor Linßen in der Klosterkirche Mörmter für begeisterte Zuhörer. Das Repertoire umfasste die Schaffensperiode der letzten dreißig Jahre.

Trotz der sommerlichen Temperaturen fand sich in der Klosterkirche kein freier Platz mehr. Ein paar Minuten vor dem Beginn sprach Gregor Linßen vor der Tür mit seinem zwanzigköpfigen „Choralcanto“-Ensemble noch letzte Dinge ab.

„Wir hatten hier in Xanten unser Chor-Wochenende und nutzen das dann immer, um vor Ort zu singen“, sagte der Neusser Komponist und Musiker. Er hatte sich diesmal dazu entschlossen, mit seinen Sängern in Mörmter zugunsten der „Fazenda de Esperanza“ ein Konzert zu geben. „Wir fanden das Projekt so klasse, dass wir gesagt haben: Machen wir hier“, erläuterte der Komponist der Weltjugendtagshymne 2005.

Das Repertoire umfasste – fast ein wenig zu seinem eigenen Erstaunen – die Schaffensperiode der letzten dreißig Jahre. „Und ein neuer Morgen“ stammt aus dem Jahr 1989“, stellte er für sich selbst fest und freute sich ob der warmen Worte der Gastgeber, die von einem „großen Geschenk“ sprachen, dass das Konzert überhaupt stattfindet. Ein großes Geschenk mit einem beeindruckenden Klangerlebnis und toll arrangierten, mehrstimmigem, sehr innigem Gesang durften die Zuhörer dann in den folgenden eineinhalb Stunden genießen.

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Mit dem „Kreuzzeichen“ und dem mehrstimmig-spirituellen „Im Namen des Vaters“ betrat der Chor fingerschnippend das Gotteshaus.

Zum Auftakt erläuterte Linßen, der das Repertoire am Keyboard und als stark gesangsprägender Solist begleitete, die Wortidee des Programms „Für Gott spiel“ mit dem Begriff „Für“ als das „Füreinander“ und der Liebe als die „notwendige Veränderung für das Gelingen des Lebens“ mit Jesus als Beispiel desjenigen, der das in aller Konsequenz gelebt hat. Er sprach von der „anderen Dimension Gott“. „Wir tragen eines Menschen Namen“ entsprach dieser Idee des „Möge die Saat der Liebe aufgehen“ in prachtvoll-pathetischer Gesangsform.

Das solistische „It’s my way“ geriet fast schon ein wenig soulig. Kraftvoll, mit viel Gefühl, würdigem Klang und Emotion transportierte das Ensemble das aus dem Oratorium „Adam“ stammende „Nie mehr“ oder „Gott ich suche Dich“ für einen verstorbenen Tänzer und Freund. Aus dem „Psalm 2016“ stammten die Lieder „Wie könnte ich je vergessen“ und „Gott ist Liebe.“

Ein energisches Plädoyer an die Verantwortung jedes Einzelnen, angesichts der Umweltzerstörung „keine ökologischen Fußstapfen“ mehr zu hinterlassen, war der Song „Auf den ersten Blick“.

In dem Kontext zupackend wirkten auch Songs wie „Genug ist genug“ oder das glaubensorientierte „Ist es möglich?“ aus dem Concert-Prayer „Veni creator spiritus“, das am 27. September im Kölner Dom aufgeführt wird und die „Vision einer neuen Welt“ ohne Hass und Gewalt beschrieb.

Zwischendurch konnte das Publimum einige der Psalme aus dem Gesangbuch vor sich mitsingen, die Linßen geschrieben hatte – oder es durfte wie in einer Gospelkirche aufstehen und zum Song im Rhythmus mitklatschen.

„Bist du es“ geriet zu einem stimmgewaltigen Gospel, „Gott ist eins“ eher zu einer etwas poppigeren, aber wie an dem gesamten Abend durchgängig harmonisch vorgetragenen Chornummer.

Zu „Gehen wir“ verließ das Ensemble dann nach stimmungsvollem Konzert durch den Gang singend das Gotteshaus.

Auch die Zuhörer wirkten fast ein wenig „beseelt“, ließen in den Körben am Ausgang ihren freiwilligen Obolus zurück. Und eine Dame bedankte sich bei dem Komponisten persönlich mit den Worten: „Danke für Ihren tiefen Glauben.“