Kaarst: Oswald-Ensemble begeistert Zuhörer

Kaarst: Oswald-Ensemble begeistert Zuhörer

Tolle Akustik in der Büttgener Aldegundiskirche unterstützt das Können der Musiker.

Das war ein rauschendes Neujahrskonzert, bei dem weder Silvester-Böller noch Leuchtraketen vermisst wurden. Stattdessen sorgte ein musikalisches Feuerwerk im Altarraum der prächtigen Aldegundiskirche vor restlos begeistertem Publikum für beste Stimmung.

Unter der zurückgenommenen und doch so präsenten Leitung von Oswald Schmitz standen in einer konzertanten Dreiteilung klassische und moderne Werke auf dem Programm. Von anfänglich getragenen Liedern ging es in einem bunten Gemisch über lockere bis zu Mundartliedern. Der Advent, Weihnachten und das Neue Jahr hatten am Sonntagnachmittag die tragenden Rollen.

Ausführende bei diesem zum vierten Mal gegebenen Neujahrskonzert waren stimmlich das zehnköpfige Ostwald-Ensemble, Dieter Böttcher an der Orgel, Oswald Schmitz mit seinem Akkordeon sowie Dimitry Stavrianidi mit der Querflöte. Seit nunmehr 18 Jahren gibt es das Oswald-Ensemble bereits. "Mittlerweile gehören 200 Stücke zum festen Repertoire", wie Tenor Thomas Willems, der die Moderation übernommen hatte, stolz berichtete. Kein Wunder, dass der Chor bei dieser Gelegenheit sowohl aus dem Vollen haben schöpfen konnte als auch neues Liedgut vortrug. Die Musikalität aller Interpreten war von wohltuendem expressivem Wohlklang, wobei ihnen die fantastische Akustik der alten Hallenkirche bestens in die Karten spielte. Noch ganz der Weihnachtszeit verhaftet und vom Publikum dankbar angenommen, wurde die Heilige Nacht besungen und "den stillen Straßen" Tribut gezollt. Ein Orgelstück von Johann Sebastian Bach durfte nicht fehlen, abgelöst von zwei sensationellen Auftritten des ungewöhnlichen Gespanns Querflöte und Akkordeon. Beide ernteten Begeisterungsstürme.

Mögen kirchliche Konzerte gelegentlich durch ihre Überlängen ein wenig nerven, so stimmte auch in diesem Punkt alles. Der traditionsbewegte Zuhörer kam ebenso auf seine Kosten wie der gern über den Tellerrand des Gewohnten blickende Besucher. Und wer es auf besondere musikalische Kunstfertigkeit abgesehen hatte, kam bei Dimitry Stavrianidi mit seiner Querflöte voll auf seine Kosten. Diese Fingerfertigkeit! Dieser Ausdruck! Besonders bei den Variationen für Flöte und Akkordeon nach Frederic Chopin kam das wunderbar heraus. Freude am musikalischen Wohlklang ist nun die eine Sache, die andere ist das Konzertieren im Kirchenraum, und das würde ohne Verkündigung das Thema verfehlen. In diesem Fall war es die in Mundart verfasste Botschaft dieser besonderen Kirche: "All de Wöngesch on wat jefällt lük de Aldejundis en de Welt."

(NGZ)