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Xanten: Grüne protestieren gegen Fällung von Robinien

Mahnwache in Xanten geplant : Grüne protestieren gegen Fällung von Robinien

Am Schwarzen Weg in Xanten sollen weitere Robinien gefällt werden. Das haben Anwohner beantragt, die Verwaltung hat sich dafür ausgesprochen, eine Mehrheit der Politik auch. Die Grünen wollen um die Bäume kämpfen.

Die Grünen wollen sich mit einer Mahnwache für den Erhalt von Robinien am Schwarzen Weg einsetzen. Dafür wollen sie am Sonntag, 20. Dezember, ab 16 Uhr mit Fackeln und Laternen an den Bäumen stehen. Ordner sollen die Einhaltung der Abstände einhalten, die wegen der Corona-Pandemie erforderlich sind. Die Grünen wollen damit gegen die Entscheidung des Stadtrats protestieren, wonach die Bäume gefällt werden sollen.

Anlieger hatten die Fällung 2019 beantragt, weil sie an ihren Häusern Schäden durch die Wurzeln der Robinien befürchten oder auch schon darauf zurückführen. Die Verwaltung prüfte den Antrag mit dem Ergebnis, dass die Entnahme von drei Robinien „dringend angezeigt“ sei, weil Schäden an privatem und öffentlichem Eigentum (eine Wasserleitung und eine Gasanschlussleitung) drohten. Die übrigen Robinien sollten nach und nach gefällt werden, vorher sollte der Rat noch einmal darüber abstimmen.

Diesem Vorgehen stimmte die Politik Ende 2019 zu. Für die Robinen wurden neue Bäume gepflanzt. Anfang Dezember 2020 bestätigte der Stadtrat die Fällung der übrigen Robinien. 31 Mitglieder stimmten dafür, sieben dagegen, drei enthielten sich. Robinien gehörten in den Wald und nicht in die Stadt, sagte zum Beispiel CDU-Fraktionschef Pankraz Gasseling, Diplom-Ingenieur für Gartenbau.

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Die Grünen hatten sich schon im Rat gegen die Fällung ausgesprochen. Zur Unterstützung zogen sie nun den Gartenbau-Unternehmer Ulrich Saß hinzu. „Die Robinien sind gesund und könnten noch viele Jahre leben“, sagt Saß. „Dass die Wurzeln bis auf Anwohnergrundstücke reichen und die Früchte giftig sind, trifft auf alle Eiben und sehr viele ältere Bäume in Xanten zu. Reicht das als Grund, sie alle abzusägen?“

Jo Becker, Vorstandssprecher der Grünen in Xanten, sieht nach eigenen Angaben einen Vorrang des Allgemeinwohls vor den Wünschen der Anwohner. „Wo Menschen leben, wird immer auch CO2 freigesetzt“, sagt er. Nur Bäume und andere Naturelemente könnten das Klima-Gas wieder einfangen. „Deshalb ist es eine Sünde an unseren Nachkommen, gesunde Bäume ohne zwingenden Grund zu zerstören.“

(wer)