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In Xanten entsteht ein neuer Pumptrack für Mountainbiker

Trendsport : In Xanten entsteht ein neuer Pumptrack

Auf einem vom TuS Xanten gepachteten Gelände auf dem Fürstenberg wird eine spezielle Strecke für Mountainbiker gebaut. 8.000 Euro wird sie kosten. Oliver Kuse und seine Mitstreiter wollen die Anlage im Sommer eröffnen.

Er ist zum Mountainbike gekommen weil Sport im Leben von Oliver Kuse immer eine Rolle gespielt hat. Und weil sein heute 16-jähriger Sohn mit sechs Jahren von einem Freund ein Mountainbike geschenkt bekommen hat, dem es zu klein war. Zusammen haben sie eine Pumptrack-Anlage geplant, die auf einem Gelände hinter einem Rasenplatz oben auf dem Fürstenberg entsteht. Das gesamte Gelände hat der TuS Xanten vor vielen Jahrzehnten von der Stadt gepachtet – auf Erbpacht.

Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbike-Strecke. Ziel ist es, darauf ohne zu treten durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen. Der Fahrer oder die Fahrerin steht dabei auf den Pedalen und sitzt nur kurz beim Start im Sattel. Ein Pumptrack wird als Rundkurs aus Lehm oder Erde in flachem Gelände gebaut und kann in beide Richtungen gefahren werden. Der etwa einen Meter breite „Biketrail“ ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen. Pumptracks können mit Mountainbikes, BMX-Rädern, Laufrädern, Scootern und Skateboards befahren werden.

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Die Idee, einen Pumptrack auf dem Fürstenberg zu bauen, kam allerdings nicht von Oliver Kuse, sondern von Stefan van Dyck, der beim TuS innerhalb der 2009 geschaffenen Radsport-Abteilung – dazu zählen Rennrad und Mountainbike – die MTB-Jugend unter seine Fittiche genommen hatte. Vor sechs Jahren hat Oliver Kuse die Gruppe dann übernommen. Im Schnitt 15 Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind es, mit denen es einmal in der Woche 90 Minuten lang durch Wald und Feld geht. Trainiert wird auch das Bremsen und Gleichgewicht-Halten. Ebenfalls im Jahr 2015 hat Oliver Kuse mit dem TuS-Vorsitzenden Heinrich Gundlach aus dieser Jugendgruppe heraus eine Projektgruppe gegründet, die sich „Crazy Mounteens“ nennt.

Mit seinem Sohn hat Oliver Kuse dann mit der Planung der Pumptrack-Anlage begonnen. Die beiden haben im Internet Baupläne von Pumptracks studiert und haben eigene Mountainbike-Erfahrungen dazu gepackt. „Für die Planung sind schon etliche Stunden draufgegangen“, sagt Oliver Kuse.

Willi Brands, der viele Jahre Jugendfußball-Obmann beim TuS Xanten war, hat den vorderen Teil des insgesamt 100 mal 20 Meter großen Geländes mit seinem Minibagger glatt gezogen. Oliver Kuse und zwei Väter von jungen MTB-Fahrern haben aus dem wilden Mischwald, der sich selbst ausgesät hatte, die kleinen Wurzelstämme herausgezogen.

Zum Rasenplatz hin haben sie einen bewachsenen Streifen stehen lassen. Die ersten kleinen Hügel wurden angelegt. Weil es sich bei dem Gelände um reinen Ackerboden handelt, muss noch eine tragende Schicht aufgezogen werden, die witterungsbeständig ist. „Wir haben uns mit dem Tiefbau-Spezialisten Sebastian Scholten beraten und für Kalksandstein entschieden“, so Kuse.

Aber es geht nicht nur um eine Schubkarre voll: Satte 60 Tonnen werden für die neue Pumptrack-Anlage benötigt. Die gibt es natürlich nicht umsonst. Dafür und für die Ausleihe entsprechender Maschinen und einen kleinen Unterstand (in der Art eines Carports), der am Rande errichtet und Schutz bei Regen bieten soll, haben die Planer rund 8.000 Euro kalkuliert. Geld, das auch der TuS Xanten nicht in der Portokasse hat. „Wir haben beim Land einen Förderantrag im Rahmen des Leader-Projektes gestellt“, sagt Oliver Kuse. Der Antrag wurde genehmigt: 7.400 Euro gibt es aus dem Leader-Topf. Die restlichen 600 Euro trägt der TuS.

„Ich würde gerne im Sommer fertig werden“, sagt Kuse. Die Anlage mit den zwei Rundkursen und etlichen Hügeln zum Springen soll dann nicht nur Mitgliedern des TuS, sondern allen MTB-Fahrern zur Verfügung stehen. Es besteht Helmpflicht. Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr, entsprechende Schilder werden aufgestellt. Auch ein Schild mit einer Notfallnummer wird platziert, „damit man beim Absetzen eines Notrufes sagen kann, wo man verunfallt ist“.

Auch Oliver Kuse will die Pumptrack-Anlage nutzen. Er ist in Mülheim aufgewachsen, hat mit zehn sein erstes BMX-Rad bekommen, sich mit Freunden immer wieder irgendwo Rampen oder Halfpipes gebaut und über Einkaufswagen Bunny-Hop gemacht.

Im Jahr 1994 hat er zum ersten Mal auf einem Mountainbike gesessen, sich später aber viele Jahre dem Wassersport verschrieben. Sein Sohn hat inzwischen den Downhill-Bereich entdeckt: mit der Gondel hoch, mit dem Rad bisweilen im Affenzahn die Berge runter. „Der würde mich in Grund und Boden fahren“, sagt Oliver Kuse.