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Lokalsport: SSV sicher wie die Schweizer Garde

Lokalsport : SSV sicher wie die Schweizer Garde

Fußball-Kreisliga A: Gegen den SSV Lüttingen fehlen dem Aufstiegskandidaten die Ideen und der Spielwitz. Torhüter Kilian Falk vereitelt die beste Chance der Blau-Gelben und lässt die Gäste mit dem Punktgewinn zufrieden abreisen.

Es kann mitunter ein hartes Los sein, sich stolzer Besitzer einer Jahreskarte eines Fußball-A-Ligisten zu nennen. Gut, ein kleiner Preisvorteil ist dabei, und so sparen Freunde von Viktoria Alpen pro Saison vier Euro. Dieses Schnäppchen lief am gestrigen Abend aber Gefahr, hinterfragt zu werden. Vier Euro jedenfalls war das nicht wert, was Alpens Fußballer dem geneigten Zuschauer mit dem blau-gelben Schal um den Hals zu bieten hatte. Die Partie gegen den SSV Lüttingen endete 0:0.

Das Team der Viktoria machte es seinen Anhängern wirklich nicht leicht. Als vermeintlicher Aufstiegskandidat, folglich auch als Favorit gegen eine Mannschaft anzusehen, deren Spielraum sich auch in dieser Spielzeit wieder nur auf die Mittelfeldregion der Tabelle beschränkt, passte sich das Alpener Team schon frühzeitig den Wünschen der Gäste an. Deren Trainer Thilo Munkes, am Freitag noch beim 1:4 in Millingen arg gebeutelt, hatte als oberste Maxime vor dem Spiel die saubere Arbeit am Ball und am Gegenspieler ausgegeben. "Wir wollten die individuellen Fehler abstellen, die uns in dieser Saison schon 21 Gegentore eingebrockt haben", bekannte er. Die gute Nachricht des Spiels: Das ist weitgehend gelungen. Die schlechte: Der Qualität der Partie hat es enorm geschadet.

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Lüttingen stand in der Defensive so sicher wie die Schweizer Garde vor dem Papst. Und wenn es tatsächlich einmal eng wurde, dann durfte sie sich auf ihren Torhüter verlassen. Kilian Falk bewies seine Klasse in der 21. Minute. Alpens Torjäger Nils Speicher, der über weite Strecken der Partie bei der SSV-Abwehr mit Fabian Wenten glänzend aufgehoben war, setzte sich auf der rechten Seite durch. Seine Hereingabe nutzte Tobias Schmitz, doch Falk wehrte den Ball per Reflex glänzend ab.

"Wer weiß, wie dann das Spiel gelaufen wäre, wenn wir in dieser Situation das 1:0 erzielt hätten", trauerte Alpens Trainer Jörg Schütz der besten Möglichkeit seiner Auswahl nach. Die Blau-Gelben verzettelten sich häufig genug auf dem Weg zum Lüttinger Tor, so dass Anspiele in die Spitze, wo Speicher zwar ein Riesenpensum absolvierte, dabei aber viele Wege vergebens lief, eine Rarität waren. "Wir haben nach vorne viel zu wenig gemacht", fasste Schütz denn auch folgerichtig zusammen. Eine Entschuldigung für sein Team fiel ihm ein: "Man hat gemerkt, dass wir Schwierigkeiten bekommen, wenn Leistungsträger wie Marcel Sura oder Tobias Esper nicht dabei sind." Der erste ist verletzt, den Mannschaftskapitän musste Schütz aufgrund einer Sperre ersetzen. Ihre Gedankenblitze und energischen Vorstöße wurden im Alpener Team vermisst.

Lüttingens Akteure hatten schnell bemerkt, dass dem blau-gelbem Team, das in den bislang vier Aufeinandertreffen in der A-Liga stets als Sieger vom Platz gegangen war, diesmal beizukommen war. Und um des Trainers Vorgabe zu erfüllen, war es noch nicht einmal nötig, der Partie mit gewagten Vorstößen einen frischen Akzent zu verleihen. Der SSV versuchte sich mehrfach aus der Distanz, und das sah bei Schüssen von Jonas Stieler und Bastian Johann auch wirklich nicht schlecht aus. "Über das 0:0 können wir uns nicht beschweren", erklärte Schütz. Alpens frierende Zuschauer werden darüber vielleicht anders gedacht haben.

(dk)