Xanten: Freunde gegen Fracking

Xanten : Freunde gegen Fracking

Gegen das sogenannte Fracking hat René Schneider etwas. Und diese Abneigung teilt der Landtagsabgeordnete der SPD mit Axel Warden, Technischer Leiter des kommunalen Wasserwerkes. Schneider machte dort am Mittwoch Station.

Für René Schneider war das kommunale Wasserwerk in Xanten-Wardt (KWW) gestern eine Station auf der ganz persönlichen Sommertour, um den eigenen Wahlkreis besser kennenzulernen. Für Axel Warden war der Besuch ein willkommener Anlass, auf Themen hinzuweisen, "die Wasserwerker beschäftigen". Das Fracking ist ein solches Thema.

Warden: "Als Wasserwerker müssen wir den Verlauf der Diskussion sehr genau beobachten. Denn wir betreiben alles unter dem Aspekt der Reinheit des Wassers. Da kann uns jetzt niemand sagen, dass Tiefenbohrungen mit chemischen Verpressmitteln für das Grundwasser risikofrei sein sollen." Warden spricht von einem "gerüttelt Maß an Sorgen" bei diesem Thema. Da mochte es ihn nicht unbesorgter stimmen, als Schneider von einer "großen Lobby" sprach, "die da angetreten ist". Denn dabei gehe es um viel Geld.

Zwei Brunnen "schwächeln leicht"

Aktuell sind die Wasserwerker relativ sorgenfrei — wenn davon abgesehen wird, dass von den insgesamt elf Brunnen im Einzugsbereich des Werkes bei Wardt zwei Brunnen "leicht schwächeln". Ein Brunnen wird überbohrt (also tiefer gelegt), für den zweiten wird ein Ersatzbrunnen angelegt. Alle Brunnen sind übrigens seit 14 Jahren in Betrieb und fördern das Rohwasser aus 25 Meter Tiefe zum Wasserwerk. Die neuen Brunnen werden in 35 Meter Tiefe angelegt.

Axel Warden führte den Landtagsabgeordneten gestern zu der Stelle im Maisfeld, an der der Kalkarer Brunnenbauer van Dornick eine Aufschlussbohrung angesetzt hat. Bis zu 35 Meter tief geht die Kernbohrung, mit der Abschnitt für Abschnitt Bodenproben gezogen werden, die Aufschlüsse der Zusammensetzung der Bodenschichten geben. Am Bohrkern lassen sich dann Filterwirkung auf das und Fließgeschwindigkeit des Rohwassers ablesen.

Das KWW fördert ausschließlich Grundwasser, das aus der Hees zum Rhein fließt. Das Wasser aus der Hees war bereits in der Antike begehrt, denn die Römer schätzten die Quellen der Hees und bauten dafür extra eine Wasserleitung in die Colonia hinein.

Wenige Aufbereitungsschritte

Weil das geförderte Grundwasser bereits von hoher Qualität ist, sind nur wenige Aufbereitungsschritte erforderlich: Enthärtung mit Kalkmilch, Sauerstoffbelüftung und Filtration. Chlor wird nur in Ausnahmefällen benötigt — wie gerade aktuell. Wegen Bauarbeiten an der Wassergewinnung und an der Filteranlage wird Chlor bis zum 20. Juli zugesetzt.

Dem Landtagsabgeordneten war die Erläuterung der Behandlungsprozesse im sogenannten Reaktorgebäude des Wasserwerks nicht unbekannt; René Schneider arbeitete bis zu seiner Wahl bei den Stadtwerken Kamp-Lintfort.

(RP/rl)
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