Emmerich: Klimabündnis spricht sich gegen "Fracking" aus

Emmerich: Klimabündnis spricht sich gegen "Fracking" aus

Beim Thema Fracking bleiben die Initiativen am Niederrhein weiter am Ball. In Duisburg-Walsum fand am Wochenende ein Treffen des Klimabündnisses Niederrhein statt, dem sich bisher mehr als 30 Organisationen aus den Kreisen Kleve und Wesel sowie den Städten Duisburg und Krefeld angeschlossen haben.

Werner Engelhardt aus Bergkamen informierte die Mitglieder des Klimabündnisses ausführlich über die Umweltgefahren, die durch "Fracking" ausgelöst werden können.

"Fracking" ist eine Methode, bei der versucht wird, in einer Tiefe von bis zu 4000 Meter Gestein zu sprengen, so dass das in Schiefer, aber auch in Kohle gebundene Gase profitabel verwertet werden kann. Dadurch könnte es dazu kommen, so befürchten die Klimaschützer, dass die Chemikalien, die bei den Gasbohrungen verwendet werden, das Grundwasser vergiften.

Außerdem wird das so gewonnene Gas bedeutend klimaschädlicher eingeschätzt als das normale Erdgas, da durch Lecks in Leitungen oder undichte Bohrlöcher Methan direkt an die Atmosphäre abgegeben werden könnte. Auch der Niederrhein ist von solchen Bohrungen betroffen. Wie berichtet, liegen Rees, Emmerich und Isselburg mitten im Bohrfeld Saxon I West, für das es bereits eine Aufsuchungserlaubnis gibt.

Derzeit liegen Fracking-Genehmigungen allerdings auf Eis, weil die Landesregierung auf ein Gutachten wartet. Eine entscheidende Weichenstellung wird im September erwartet, wenn die Expertise vorliegt. Dann läuft das Moratorium ab, das von Landesregierung und ExxonMobil vereinbart worden ist.

Das Klimabündnis Niederrhein will nun eine Projektgruppe ins Leben rufen, die den örtlichen Widerstand gegen "Fracking"-Projekte gemeinsam mit anderen Gruppen entwickeln soll. Bekanntlich wird in der Region der Widerstand vor allem über die Interessengemeinschaft "Gegen Gasbohren Hamminkeln/Niederrhein" organisiert, die vor kurzem auch einen Infoabend in Mehr veranstaltet hatte.

(RP)