Xanten: Die Wege der Römer

Xanten: Die Wege der Römer

Im nächsten Jahr soll im Archäologischen Park Xanten vor allen Dingen die alte Bundesstraßentrasse beseitigt werden. Sie zerschneidet die Colonia nach wie vor in zwei Teile.

Zusätzliche 822 000 Euro hat das NRW-Bauministerium im vergangenen Monat aus dem Städtebau-Förderprogramm für das "Sanierungsgebiet Archäologischer Park" zur Verfügung gestellt. Geld, das den Etat des APX für das Jahr 2011 auf gut 1,8 Millionen Euro anwachsen lässt. Nach einem letzten Abstimmungsgespräch sowie vorausgegangenen Beschlüssen der LVR-Gremien steht jetzt fest, in welche Projekte das Geld demnächst fließen soll.

Alte B 57 "Der Rückbau der Bundesstraße 57 hat absoluten Vorrang", sagt APX-Leiter Dr. Martin Müller. In den bisherigen Finanzplanungen hätte das Straßenstück, das den Park — mit Ausnahme der Sichtachse Museum-Haupteingang — nach wie vor als Fremdkörper durchschneidet, nicht hineingepasst. Denn kostengünstig wird diese Maßnahme nicht.

Die Straße stammt in einigen Unterbauteilen offensichtlich noch aus den 1920er und 1930er Jahren. Und vor allem die alten Teerdecken bereiten Kopfzerbrechen: "Das ist möglicherweise Sondermüll, der gesondert entsorgt werden muss", sagt Müller. Wo allerdings im Straßenverlauf was verbaut wurde, sei noch unklar.

Entsprechend vorsichtig ist auch Müllers Prognose: "Am liebsten würden wir natürlich beide verbliebenden Reststücke zurückbauen." Da müsse natürlich erst die Ausschreibung abgewartet werden. Im Frühjahr könnten die Arbeiten vergeben werden. Zunächst allerdings stehe das südliche Teilstück im Mittelpunkt.

Orwatersweg Auf dem Plan steht für 2011/12 auf jeden Fall der neue Rad-/ Fußweg entlang der APX-Grenze. Noch liegt der Orwatersweg auf dem Gelände der alten Colonia Ulpia Trajana. Im nächsten Jahr soll der Wirtschaftsweg ein paar Meter weiter östlich verlaufen — direkt an der Grundstücksgrenze und bis zum Trajanring. Der Weg wird damit zu einem wichtigen Teil des Alleenradweges zwischen Marienbaum und dem Xantener Bahnhof auf der ehemaligen Bahntrasse. Im Jahr 2012 soll der fertig sein.

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Trajanstraße Ob in diesem Zeitraum auch die beabsichtigte Abbindung der Trajanstraße bereits Wirklichkeit wird, lässt Müller allerdings offen. Ein heikles Thema: "Wenn da überhaupt etwas läuft, werden wir die Anlieger sofort informieren."

Wege Bereits angelaufen ist und weiter fortgesetzt wird die Markierung der Wege, die durch die CUT führten. Derzeit wird rund um das neue Römermuseum gearbeitet. Wie im übrigen Park werden Bäume für eine zukünftige Allee an den Straßenrändern gepflanzt — sobald es das Wetter wieder zulässt.

Grundstücke Zur Arrondierung des Parks wurden in Absprache mit dem Landschaftsverband Rheinland im vergangenen Jahr mehrere Grundstücke gekauft, die noch vorfinanziert werden mussten, erklärt Xantens Kämmerin Karin Welge, durch deren Hände die Angelegenheiten des entsprechenden CUT-Zweckverbandes laufen. Die entsprechenden Zuschüsse fließen in den nächsten Jahren, können jetzt aber teilweise abgetragen werden.

Vier weitere Verträge sind derzeit noch im Gespräche, zwei von ihnen "kurz vor dem Abschluss". Unter anderem geht es um die Achse Stadt-Stadtpark-Eingangsbereiche. In diesem Zuge werden in den nächsten Jahren auch die Besucherzentren Süd (ehemalige Bundesstraßen-Trasse) und Haupteingang neu gebaut, sagt APX-Chef Müller. Gemeint sind angemessene Kassenrräume und Andenkenläden.

(RP)
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