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Stadt Willich: Teilen – mal anders

Stadt Willich : Teilen – mal anders

Zum zweiten Mal fand jetzt der Willicher Marktplatz statt. Der Grundgedanke des Teilens brachte wieder Unternehmen und soziale Einrichtungen zusammen. Geld ist dabei tabu – man hilft sich gegenseitig.

Während kleine und große Laternensänger um die Häuser ziehen und St. Martin feiern, wird beim 2. Willicher Marktplatz eine andere Form des Teilens praktiziert. Rund 130 Menschen, 39 Unternehmen und 35 gemeinnützige Vereine sind vertreten, um unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Josef Heyes Kontakte zu knüpfen. Neue Erfahrungen für beide Seiten wünscht man sich und hat dabei die uralte Grundidee des Marktplatzes im Blick. Auch hier treffen sich Handwerker und Kaufleute mit Menschen auf dem Markt, um zu verhandeln.

Allerdings geht es beim Willicher Marktplatz nicht um Geld, sondern ums soziale Engagement, die Frage nach der baren Münze ist tabu. Marita Gentsch, Leiterin des Freiwilligenzentrums Willich, ist eine der Organisatorinnen der Veranstaltung, die jetzt in der Filiale der Volksbank stattgefunden hat. "Der Marktplatz ist eigentlich ein Projekt aus den Niederlanden. Inspiriert von der Idee hat die Bertelsmann-Stiftung zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen", erzählt sie.

Ein Gong ertönt und und ein reger Austausch beginnt. Eine gute Stunde Zeit haben die Anwesenden, um miteinander ins Geschäft zu kommen. Damit auch alles Hand und Fuß hat, werden getroffene Vereinbarungen schriftlich fixiert und notariell beglaubigt. Hans-Otto Hess vom Boßel- und Bügelclub wird schon nach fünf Minuten fündig. "Für mich ist der Marktplatz ein voller Erfolg", sagt er strahlend. Sein Verein betreibt eines der ältesten Kugelspiele am Niederrhein in einer Halle im Ortskern. Für die Dachisolierung wünscht sich der Verein fachmännische Unterstützung. Die technische Beratung zugesagt haben ein Zimmermeister und ein Dachdecker. Jack Sandrock vom Nabu sucht alte Bunker, und findet tatsächlich ein neues Winterquartier für die Fledermäuse an den Streithöfen. Für das Projekt "Tausend Fenster für die Lerchen" wünscht er sich noch Hilfe, genau so wie für ein Logo.

Immer mehr Übereinkommen

Manfred Clauss vom Lise-Meitner-Gymnasium findet die Veranstaltung gelungen. Schon im vergangenen Jahr hat er hier Hilfe für die Internetseite der Schule gefunden. Der Tierschutz Willich freut sich über eine Zusammenarbeit mit Zimmermeister Josef Kothen und Dachdeckermeister Samanns. "Wir brauchen Material für den Unterschlupf von frei lebenden Katzen." In Sachen Werbung bekommen die Jugendfreizeiteinrichtung "Titanic" und der Chor "Die Tonköpfe" Hilfe vom Profi mit TWKD, der Werbeagentur im Stahlwerk Becker.

Von Minute zu Minute finden sich weitere Übereinkommen. Auf einer Leinwand erfahren die Besucher stets die aktuellen Ergebnisse. Rainer Joosten berät Anrath 1tausend zum Festablauf im Sanitärbereich. Heilpraktiker Dr. Ernst Grondal spricht in der Begegnungsstelle Schiefbahn. Und LWS Werbung bietet Gestaltung eines Flyers für den Boßel- und Bügelclub.

(RP)