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Stadt Willich: Mehr Dachflächen für Solar

Stadt Willich : Mehr Dachflächen für Solar

Mit der "Bürger Solar Willich eG" hat die Stadt ein Erfolgsmodell entwickelt. Weil so viele Bürger Anteile zeichneten, wird das Projekt jetzt ausgeweitet. Das genehmigte der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung.

Die Stadt Willich vermietet weitere Dachflächen an die "Bürger Solar Willich eG". Künftig können auch auf den Dächern von fünf Kindergärten, sechs Schulen beziehungsweise Sporthallen, der Feuerwehrgerätehäuser Schiefbahn und Neersen sowie der Verwaltungsgebäude Kaiserplatz und Rothweg 2 Photovoltaikanlagen gebaut werden. Die neuen Anlagen sollen über die Einspeisevergütung einen Stromertrag von rund 80 000 Euro jährlich erwirtschaften, von dem die Stadt vier Prozent als Mietzins erhält – also jährlich rund 3600 Euro.

Nur die FDP war dagegen

Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigte in seiner Sitzung die Verpachtung weiterer Flächen mehrheitlich. Außer der FDP waren alle Parteien dafür. FDP-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Stapel erklärte, dass seine Ablehnung aus der Tatsache resultiere, dass die FDP das System des mit staatlicher Unterstützung erzeugten Solarstroms in Deutschland grundsätzlich nicht billige. "Subventionspolitik ist äußerst fragwürdig…letztlich zahlt der Bürger."

Bürgermeister Josef Heyes räumte ein, dass das Thema Solarstrom eine "Glaubensfrage" sei. Solarenergie sei aber von der rot-grünen und der großen Koalition in Berlin gewollt und die Technik habe sich mittlerweile deutlich verbessert. Es sei besser, dieses Thema von vornherein in der Stadt zu unterstützen, "den Letzten beißen die Hunde." Auch Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) unterstützte die Ausweitung des Solarenergie-Projektes. Dieses Thema habe an Bedeutung gewonnen und sei ein "weicher Standort-Faktor" für eine Kommune, das gehe aus Vergleichsbetrachtungen im Internet hervor.

An Bekanntheit gewonnen

Dr. Raimund Berg (Grüne) verwies darauf, dass Willich durch das Genossenschaftsmodell für den Betrieb von Solaranlagen an Bekanntheit gewonnen habe. Er sei sogar von Frankfurter Bankern darauf angesprochen worden und "als Stadt kriegen wir vier Prozent für etwas, das da ist", so Berg. Dr. Siegfried Kirsch (CDU) wies darauf hin, dass andere Kommunen überlegten, wie sie das Willicher Genossenschaftsmodell kopieren könnten.

Im Rahmen der Sitzung erklärte Kämmerer Willy Kerbusch noch, dass die Stadt der Politik den ersten Jahresabschluss nach dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF) für 2007 zur Kenntnis bringe. Der Grund: Der Abschluss weist einen erfreulichen Überschuss aus: Der Haushalt hatte ein Gesamtvolumen von rund 110 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Überschuss von knapp 3,5 Millionen Euro. Für 2008 sei ein noch besseres Ergebnis zu erwarten, so der Kämmerer. Das zeige, dass die Finanzstruktur in Willich grundsätzlich in Ordnung sei, auch wenn 2009 "ein Horrorjahr" werde. Frage des Tages

(RP)