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Tönisvorst: Gerndt fordert Solidarität

Tönisvorst : Gerndt fordert Solidarität

Die Turbulenzen in der St.Töniser Pfarre St.Cornelius gehen weiter. Nachdem harsche Kritik an Pfarrer Klaus-Stephan Gerndt laut geworden ist, melden sich gestern dessen Befürworter und Gerndt selbst zu Wort.

Die Turbulenzen in der St. Töniser Pfarre St. Cornelius gehen weiter. Nachdem harsche Kritik an Pfarrer Klaus-Stephan Gerndt laut geworden ist, melden sich gestern dessen Befürworter und Gerndt selbst zu Wort.

Kirchenvorstandsmitglied Axel Stangenberg hatte geklagt, dass das einst funktionierende Gemeindeleben in der Pfarre quasi gestorben sei (die RP berichtete). Er führt unter anderem ins Feld, dass seit Amtsantritt von Pfarrer Gerndt vor einem Jahr fünf von sechs Mitarbeiter gekündigt haben. Gestern äußerte sich Klaus-Stephan Gerndt im RP-Gespräch zu den Vorwürfen. Natürlich leide eine Gemeinde, wenn Mitarbeiter gehen. Mit den Menschen hab man gearbeitet, mit ihrem Weggang hinterließen sie ein schmerzliches Loch.

Es gebe aber Gespräche mit dem Bistum Aachen wegen der Wiederbesetzung der Position der Gemeindereferentin, die sich um die Frauenarbeit und Altenseelsorge gekümmert hat, und der Pastoralreferentin, deren Feld die Schulseelsorge ist. Diese Aufgabe könne er derzeit nur durch Gottesdienste auffangen. Dabei sei Schulseelsorge viel umfangreicher. "Das liegt derzeit brach", räumt Gerndt ein.

Stellen werden wieder besetzt

Er, der Pfarrgemeinderat und die Pastoralkonferenz der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) bemühten sich in Gespräch mit dem Bistum, diese Positionen baldmöglichst wieder zu besetzen. Die Stelle der Pfarrsekretärin sei bereits nicht mehr vakant. Dass St. Tönis einen neuen Kaplan bekomme, da ist Gerndt eher skeptisch. Davon gibt es schließlich zu wenige. Und dass der langjährige Kirchenmusiker jetzt gekündigt habe, sei gerade erst passiert. "Zurzeit bin ich nicht in der Lage, einen Neuen zu präsentieren." Sicher werde aber St. Tönis wieder einen Organisten und Chorleiter bekommen, ist Gerndt zuversichtlich. Die Frage sei aber in Zeiten der GdG mit Kempen und Vorst, ob St. Tönis einen Kirchenmusiker zu 100 Prozent brauche. "Wir befinden uns in einem großen Umbruch", sagt Gerndt. Und das ist für Gerndt auch mit ein Grund, warum es in der Pfarre rumort. Er sei gekommen, da unter Volldampf die GdG gegründet werden soll. "Da stellte sich auch die Frage, wer muss welche Aufgaben im großen Ganzen mit leisten." Solidarität mit allen Gemeinden sei gefragt und das habe erhebliche Unruhe in die bisher größte Gemeinde des Bistums, die bislang immer für sich alleine werkeln konnte, gebracht. Wie sich das weitere Miteinander entwickeln wird, das "kann ich nicht abschätzen".

Pastorale Leben liegt nicht brach

Auch das Vorstandsteam des Pfarrgemeinderates von St. Cornelius, Hannelore Volmer, Monika Intveen und Regina Kammann, schlagen eine Bresche für Pfarrer Gerndt. Mit Gerndt habe die Pfarre einen Gemeindeleiter bekommen, "der offen ist für Vorschläge und Anregungen, aber auch Kritik akzeptiert". Viele Gemeindemitglieder schätzten besonders die spirituellen Angebote des Pfarrers. Das pastorale Leben liege nicht brach, sondern werde durch viele engagierte Menschen in der Pfarre "am Leben erhalten", schreibt das dreiköpfige Team.

(RP)