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Wesel: Wahlkampf-Ärger um Baustelle in Büderich

Alte B 58-Ortsdurchfahrt : Ärger um Baustelle im Wahlkampf

In Büderich fühlen sich viele vom Baustart auf der alten Ortsdurchfahrt überrumpelt, sagt die CDU des Ortes und unterstellt, dass Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) allein agieren wollte. Sie weist die Vorwürfe energisch zurück.

Zum Wesen eines Wahlkämpfers gehört es, sich selbst in Szene zu setzen. Amtsinhaber haben naturgemäß dabei Vorteile, was nicht jedem schmeckt. Ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann, liefert die am Dienstag, 28. Juli, auf der Weseler Straße in Büderich eingerichtete Baustelle zur Umgestaltung der alten B 58-Ortsdurchfahrt. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) informierte am Ort mit Fachleuten aus ihrer Verwaltung über das Projekt. Das wurmt nun offenbar diejenigen, die es betrifft und an den Planungen mitgewirkt haben.

Anwohner, Gewerbetreibende und Ehrenamtler fühlen sich überrumpelt. Dies schildert jedenfalls Andreas Üffing, stellvetretender Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Büderich, mit grundsätzlicher Kritik an einem Vorgehen, das man bereits kenne. „Trotz mehrfacher Bitte, endlich mit den Büdericherinnen und Büderichern, den vielen ehrenamtlichen Helfern des Bürgerforums und uns zu kommunizieren, ist dies wieder einmal nicht geschehen“, sagt er in einem Schreiben an Westkamp.

Als besonders ärgerlich wird empfunden, dass der Umbau eine gute Sache sei, Büderich schon Jahre darauf warte und nun vorab kein Signal bekommen habe. „Selbst bei unserer letzten Anfrage, vom 11.07.2020, war angeblich noch kein Startdatum bekannt. Lediglich erhielten wir eine Rückmeldung, dass ,sobald mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann, die Öffentlichkeit und Politik vollumfänglich informiert wird’“, schreibt Üffing. Stattdessen sei man im Dorf mit der Sperrung vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Außerdem bemängelt der Christdemokrat die Umleitung. Die Hauptlast des nun in den Polder gelegten Verkehrs trägt die Gartenstraße. Parkende Autos engten die Straße zusätzlich ein. Auf entsprechende Hinweise sind nun im Wechsel Halteverbote eingerichtet, so dass der Verkehr besser fließen kann, so Üffing im Gespräch mit unserer Redaktion. Sorgen wegen des baldigen Starts für Kindergarten und Schule macht er sich dennoch.

Üffing hält eine weiträumigere Umleitung, etwa über die Bahnhofstraße, für besser. Darüber hinaus vermisst er im Umfeld der Rheinbrücke und der Umgehung Hinweise, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt ist. Dies könne manchen früh davon abhalten, durchs Dorf zu fahren.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp weist Vorwürfe Üffings energisch zurück. Besagte Arbeiten seien Teil eines Pakets, zu dem auch Tank und Rast und LED-Leuchten an der Platanenallee, beides bereits umgesetzt, sowie weitere noch folgende Bauabschnitte gehörten. Insofern stimme es nicht, dass nichts getan worden sei. Überdies habe man erst vor kurzem die Fördermittel bekommen und eine Firma gefunden, die auch anfangen konnte. Eine weitere Ausschreibung laufe noch. Anlieger, so Westkamp auf Anfrage unserer Redaktion weiter, seien sehr wohl per Wurfsendung informiert worden. Außerdem hätten alle Ratsfraktionen eine Mail bekommen. Reaktionen darauf habe es übrigens nicht gegeben, sagt die Bürgermeisterin. Und: „Wir reden über einen Bauabschnitt, die Einweihungsfeier folgt, wenn alles fertig ist.“