Wesel: Verbands-Sparkasse kauft das Dom-Café

Wesel : Verbands-Sparkasse kauft das Dom-Café

Aufatmen im Dom-Viertel: In das seit 2011 leerstehende Dom-Café Münster soll nach umfangreicher Sanierung ein neues Café einziehen, eventuell mit Lebensmittel-Angebot. Langfristig könnte dort auch eine Sparkassen-Filiale öffnen.

Auf diese Nachricht haben viele Einzelhändler und Gastronomiebetriebe im Schatten des Willibrordi-Doms gewartet: Das seit mehr als zwei Jahren leerstehende Dom-Café Münster hat einen neuen Eigentümer. Nach monatelangen, überaus zähen Verhandlungen mit gleich zwei Eigentümern hat die Verbands-Sparkasse das Eckhaus Dimmerstraße/Brückstraße/Großer Markt erworben. Über die Verkaufssumme wurde Stillschweigen vereinbart. Die Mieter im ersten und zweiten Obergeschoss dürfen wohnen bleiben, das Erdgeschoss soll schon bald komplett umgebaut werden.

Foto: Malz, Ekkehart (ema)

"Es wäre schön, wenn wir dort ein Café etablieren könnten, in dem womöglich auch Lebensmittel angeboten werden könnten", erklärte gestern Verbands-Sparkassen-Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier auf Anfrage der Rheinischen Post. Zwar gebe es noch kein fertiges Konzept und auch noch keinen Pächter. Aber man befinde sich bereits mit mehreren Interessenten aus der Region in Gesprächen. Ist ein geeigneter Betreiber gefunden, soll der Umbau nach dessen Vorstellungen realisiert werden. Sollte es allerdings nicht zu einem Vertragsabschluss kommen, wäre der Platz frei für Einzelhandel. Ein Abriss habe nicht zur Debatte gestanden, zumal die Bausubstanz gut sei, heißt es.

Um die Immobilie aus den 50er Jahren hat sich die Verbands-Sparkasse auch deshalb so sehr bemüht, weil sie strategisch äußerst günstig liegt. Friedrich-Wilhelm Häfemeier will nicht ausschließen, dass in zehn oder mehr Jahren die Verbands-Sparkassen-Filiale von der Dimmerstraße zur Brückstraße wechselt — nur wenige Meter vom Hauptsitz der Volksbank Rhein-Lippe entfernt. "Wir sind froh, dass wir nun an beiden Enden der Fußgängerzone mit einer Immobilie vertreten sind", sagt Häfemeier. Wobei er am Verbleib der renovierten Filiale an der Dimmerstraße keinen Zweifel lässt. Diese jetzt zu verlassen, "wäre wirtschaftlicher Unsinn".

Die Verbands-Sparkasse wird kräftig in die Sanierung des Nachkriegsbaus investieren. Das Haus wird komplett energetisch saniert, erhält ein neues Dach und eine zeitgemäße Fassadenoptik. Friedrich-Wilhelm Häfemeier geht davon aus, "dass das eine vorzeigbare Immobilie wird, ein optisch schöner Punkt in wirklich sehr guter Lage."

Für die umliegenden Geschäftsleute wäre ein gut geführtes Café ein Segen, war doch das Dom-Café Münster viele Jahre ein echter Anziehungspunkt, der Kunden ins Dom-Viertel gelockt hat. Die letzten Pächter, Ute Münster und Dieter Thummes aus Rheinberg-Orsoy, die übrigens auf ihrer Homepage noch immer mit mehreren Bildern vom Standort Wesel werben, hätten im Frühjahr 2011 gerne in der Kreisstadt weitergemacht. Doch war es damals mit den Vermietern zu Meinungsverschiedenheiten gekommen.

(RP)
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