Wesel: Die Einkaufsmeile im Wandel: Investor kauft das Dom-Café

Wesel : Die Einkaufsmeile im Wandel: Investor kauft das Dom-Café

Handel besorgt über alte und neue Leerstände an Viehtor und Brückstraße. Hinter den Kulissen laufen vielversprechende Gespräche. Kaufleute sind erfreut, dass Fußgängerzonenumbau flott vorangeht.

Wer längere Zeit nicht mehr in der Fußgängerzone war, wird erstaunt sein. Vieles hat sich hier in den letzten Wochen getan — Positives und auch weniger Erfreuliches. Prima zum Beispiel, dass die Umgestaltung der Hohen Straße zwischen Pergamentstraße und Berliner-Tor-Platz — trotz des langen Winters — schon weit fortgeschritten ist. Bedauerlich die vielen Leerstände im Bereich Viehtor und Brückstraße. Doch es gibt Hoffnung: Für den Dauerleerstand Dom-Café bahnt sich endlich eine Lösung an. Wie die RP gestern erfuhr, wird das Café im Dom-Viertel an einen Investor verkauft. "Das ist sicher", so ein Verfahrensbeteiligter auf Anfrage. Was sich aktuell zwischen Berliner Tor und dem Großem Markt tut, fasst die RP zusammen:

Gegenüber des Modehauses Haffke, das vor einem Jahr Eröffnung am neuen Standort gefeiert hat, sucht die Boutique Momi einen Nachmieter. Der geplante, auf einem Bauschild schon für März angekündigte Umbau des letzten Teilabschnitts zwischen Dimmerstraße und Leyensplatz, wird ab 22. April in Angriff genommen.

Am 20. April schließt der Modemarkt Takko. Dann wird es am Viehtor für unbestimmte Zeit zwei große Leerstände geben. Denn für die ehemalige M&S-Filiale gegenüber hat sich noch immer kein geeigneter Interessent gefunden. "Aber es laufen Gespräche", weiß Wesels Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein. "Für Takko gibt es sogar mehrere Interessenten." Gefragt nach den Gründen für die auffallend vielen Leerstände im unteren Bereich der Fußgängerzone (Vodafone, Ex-Subway) sagt Opgen-Rhein, dass durchschnittlich fünf Prozent aller Läden bundesweit leerstünden. "Und da sind wir in Wesel, wo es entlang der Fußgängerzone 120 bis 130 Laden gibt, noch weit entfernt."

Straße Nach wie vor unklar ist, was mit der kürzlich geschlossenen Filiale der Verbands-Sparkasse gegenüber dem Kaufhof wird. Die Lage ist top. Kein Wunder, dass hinter den Kulissen mit Interessenten verhandelt wird. Ein neuer Leerstand kommt am 17. April hinzu. Die Buchclub-Filiale "Zeilenreich" (Ecke Heuberg) zieht sich aus Wesel zurück. Am Mietpreis hat's nicht gelegen. "Bertelsmann konzentriert sich auf größere Städte", weiß Vermieter Manfred Held. Morgen hat er einen Besichtigungstermin mit einem Interessenten. Held hofft, dass die aktuellen Umbauarbeiten nicht abschreckend wirken.

Natürlich haben die Geschäftsleute während der Bauphase zu leiden — weniger Laufkundschaft, Dreck, Lärm. "Aber am Ende wird ja alles schön", sagt Kerstin Schneider vom Apollo-Reisebüro und sehnt bereits das Ende der Arbeiten herbei. Zu denen, die sich positiv über die "fleißigen Arbeiter der Baufirma Langenfurth" äußern, gehört Silvio Martinelli vom Eis-Café Venezia. Er hatte 2012 in Gesprächen mit der Stadt darauf hingewiesen, wie sehr er von der Außengastronomie abhängig ist. "Die sind so schnell mit den Pflasterarbeiten, dass wir am Wochenende erstmals Tische rausstellen können", freut er sich.

(RP/rl)
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